Kategorie: Blog

  • BiOS erleben x BioParadies

    BiOS erleben x BioParadies

    Mit dem Rad auf den Spuren von Bios erleben

    Es gibt Reisen, bei denen nicht nur das Ziel zählt, sondern alles dazwischen. Genau so war Sebastian, unser Content Creator, unterwegs auf den Spuren von BiOS erleben. Mit dem Fahrrad führt ihn die Tour durch das Quellenviertel in Oberösterreich, das Salzburger Seenland und die Waginger See Region. Vorbei an unberührten Wiesen, glasklaren Seen, Waldflächen und traumhaften Landschaften, die zeigen, wie eng Natur, Landwirtschaft und Genuss miteinander verbunden sind.

    Gestartet ist die Reise im Quellenviertel, genauer gesagt in Braunau. Sebastian nimmt die S-Bahn von Salzburg und kommt früh am Morgen in Braunau an.
    Sein erster Weg führt direkt zum Wochenmarkt. Zwischen regionalem Gemüse, frischem Brot und ehrlichen Produkten wird schnell klar, wie stark Regionalität und Handwerk hier noch gelebt werden. Für seine Reise darf natürlich eine kleine Stärkung nicht fehlen. Also wandert feinster Bio-Käse der Käserei Höflmaier in den Rucksack.

    Von dort geht es weiter zum Schaberlhof in Ranshofen. Der Hof wird bereits seit Generationen geführt und ist bekannt für seine traditionelle Brotbackkunst. Vor allem Sauerteigbrot spielt hier eine große Rolle. Mit viel Zeit, Erfahrung und Gefühl entstehen hochwertige Bioprodukte, die zeigen, wie wertvoll ehrliches Handwerk auch heute ist.

    Bevor Sebastian das Quellenviertel verlässt, stand noch ein weiterer Besuch bei der Käserei Höflmaier in Lochen an. Dort wird unter dem Motto no love, no cheese noch einmal deutlich, wie viel Leidenschaft hinter echter Bio-Qualität steckt. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich.

    Photo by Scyline Medien - SalzburgerLand Tourismus
    Photo by Scyline Medien – SalzburgerLand Tourismus

    Danach führt die Reise weiter in Richtung Salzburger Seenland. Kilometer für Kilometer wechselt die Landschaft. Sanfte Hügel, weite Felder, hellblaue Seen und immer wieder der Blick Richtung Haunsberg begleiteten Sebastian auf seinem Weg.

    Der erste Stopp im Salzburger Seenland führt ihn schließlich zu Stoff’n Edelpilze. Sebastian Reindl züchtet hier seit einigen Jahren verschiedenste Bio-Edelpilze und zeigt eindrucksvoll, wie innovative Landwirtschaft heute aussehen kann. Neben Austernpilzen und Kräuterseitlingen bietet er auch Workshops an bei denen gelehrt wird wie man Zuhause ganz einfach Pilze züchten kann. Ein Ort an dem Wissen, Genuss und Handwerk zusammenkommen.

    Weiter geht es nach Seeham zum BioArt Campus. Dort macht Sebastian Mittagspause und entdeckt im Bioladen zahlreiche regionale Köstlichkeiten. Der Campus zeigt eindrucksvoll, wie lebendig Bio im Salzburger Seenland, besonders im Biodorf Seeham gelebt wird. Zwischen kleinen Manufakturen, nachhaltigen Produkten und regionalem Genuss wird Bio hier in all seinen Facetten sichtbar.

    Anschließend führt die Route weiter in die Waginger See Region. Zuerst mit ein paar Höhenmetern über den Haunsberg, dann in Oberndorf über die Grenze und raus aus Österreich. Über kleine Straßen und ruhige Wege geht es schließlich nach Deutschland zum Bioladl Leobendorf.

    Fast geschafft! Von Leobendorf geht es ganz gemütlich über so manchen Hügel zum Waginger See, wo sich ein ganz besonderes Haus befindet.
    Das Landhaus Tanner ist ein Ort, an dem man sofort spürt, wie eng Gastfreundschaft, Nachhaltigkeit und Genuss miteinander verbunden sein können. Eingebettet in die sanfte Landschaft der Waginger See Region verbindet das familiengeführte Hotel natürliche Materialien, liebevolle Details und ehrliche Kulinarik zu einem besonderen Rückzugsort. Besonders beeindruckend: das Restaurant wurde mit dem Grünen Michelin Stern ausgezeichnet und steht damit für eine Küche, die Genuss und Nachhaltigkeit auf höchstem Niveau verbindet.

    Nach über 100 Kilometern am Fahrrad lässt sich Sebastian hier mit einem regionalen 4 Gänge Menü verwöhnen. Genau der richtige Abschluss für einen langen Tag zwischen Biohöfen, Seenlandschaften und Radwegen.

    Nach einem reichhaltigen Frühstück steigt Sebastian am nächsten Morgen wieder aufs Fahrrad. Die Strecke führt weiter Richtung Salzburg, vorbei am Abtsdorfer See und entlang wunderschöner Radwege.

    Ein weiterer Zwischenstopp wartete beim Paulbauernhof, wo regionaler Biokäse produziert wird. Nach ein paar Kostproben fällt das Treten wieder leichter.

    Danach geht es langsam dem Ende der Reise entgegen und Salzburg ist schon fast in Sichtweite.

    Bevor Sebastian jedoch Salzburg erreicht, durfte ein letzter Halt nicht fehlen: die Biobäckerei Wahlich. Dort gibt es noch frisches Gebäck, eine Erdbeerschnitte und Kaffee für den letzten Abschnitt der Tour.

    Eine Reise durch drei Regionen, die eines gemeinsam haben: Hier wird Bio nicht nur produziert, sondern gelebt. Genau darum geht es bei BiOS erleben. Um ehrliche Lebensmittel, nachhaltige Landwirtschaft und Menschen, die mit viel Leidenschaft zeigen, wie gut bewusster Genuss schmecken kann.

    Wer Lust hat sich selbst auf’s Fahrrad zu schwingen findet hier den Link zu Sebastians Route.

    PS: wer die Tour gemütlicher angehen möchte übernachtet im Hotel Schiessentobel in Seeham und macht die Tour in drei Tagen.

    BiOS erleben vereint nicht nur 3 Regionen, sondern auch Bio-Erzeuger, Bio-Läden, Bio-Restaurants, Bio-Herbergen und Bio-Veranstaltungen.

  • Immer wieder freitags im Biodorf Seeham

    Immer wieder freitags im Biodorf Seeham

    Wer an einem Freitag nach Seeham kommt, merkt schnell: Hier ist immer etwas los. Zwischen glitzerndem Obertrumer See, kleinen Handwerksbetrieben, Biohöfen, Biorestaurant und gemütlichen Café entsteht ein Ort, an dem Genuss, Natur und echtes Handwerk ganz selbstverständlich zusammengehören.

    Natürlich kann man hier einfach baden, schwimmen, die Sonne genießen oder entspannt durch das Dorf spazieren. Doch das Biodorf Seeham zeigt, dass Urlaub auch anders gehen kann. Bewusster, echter und näher an den Menschen.

    Mit der Veranstaltungsreihe „Immer wieder freitags Seeham SEhEN“ öffnet Seeham jeden Freitag seine Türen für Besucher:innen, die hinter die Kulissen blicken möchten. Überall im Dorf warten kleine Erlebnisse, besondere Begegnungen und Menschen, die ihre Leidenschaft gerne teilen.

    Ein schöner Stopp ist der Thurerhof. Dort lädt Claudia Dirnberger zum gemütlichen Ratscher in ihren liebevoll gestalteten Selbstbedienungsladen ein. Zwischen Oxymel, Honig, Räucherwerk, Seelentropfen und handgemachten Produkten spürt man sofort, wie viel Herzblut hier in echter Bio-Landwirtschaft steckt.

    Auch Kunst und Handwerk haben in Seeham einen besonderen Platz. Beim Krippenbauer Albert Steiner entstehen einzigartige Tonfiguren in liebevoller Handarbeit. Besucher:innen dürfen zusehen, wie aus einfachem Ton kleine Kunstwerke werden.

    Im historischen Brechelbad erzählt Hans Steiner vom alten Handwerk rund um Flachs und Leinen. Dort erfährt man, wie früher gearbeitet wurde und warum das kleine Flachsmuseum bis heute ein wichtiger Teil der regionalen Geschichte ist. Dazu genießt man einen traumhaften Blick über die Landschaft und den See.

    Ein weiteres besonderes Erlebnis ist die Armbrustwerkstätte am Paul-Seppl-Gut. Hier zeigt Hans Steiner mit viel Leidenschaft, wie aus einem Stück Holz traditionelle Armbrüste gefertigt werden. Alte Handwerkskunst wird hier bis heute lebendig gehalten.

    Besonders eindrucksvoll ist auch der Wildkargraben-Trip mit Hans Greischberger. Gemeinsam mit dem geprüften Natur- und Landschaftsführer taucht man in die geheimnisvolle Welt des Teufelsgrabens ein. Auf dem Weg erzählt Hans spannende Geschichten über die Region, die Natur und das alte Handwerk. Vorbei am Wildkar-Wasserfall, der historischen Kugelmühle und der Röhrmoosmühle wird schnell klar, wie eng hier Natur, Geschichte und Tradition miteinander verbunden sind.

    In der Röhrmoosmühle erlebt man außerdem, wie früher mit Wasserkraft Mehl gemahlen wurde. Die alte Mühle erstreckt sich über mehrere Stockwerke und wird bis heute durch Wasser betrieben. Gleich daneben beeindruckt die historische Kugelmühle, wo Wasser und Stein seit Jahrhunderten zusammenspielen und aus rohen Steinen perfekte Kugeln entstehen.

    Zwischendurch lädt das Biodorf zum Genießen ein. Durch den Bioladen schlendern, einen Kaffee in der Rösterei Naturkaffee trinken oder sich im Bio-Restaurant kulinarisch verwöhnen lassen. In Seeham geht alles ein wenig langsamer, bewusster und echter.

    Das Biodorf Seeham zeigt eindrucksvoll, wie lebendig Regionalität sein kann. Hier wird Nachhaltigkeit nicht erklärt, sondern gelebt. Mit offenen Türen, ehrlichem Handwerk und Menschen, die ihre Begeisterung gerne weitergeben.

    Mehr Informationen zum gesamten Programm „Immer wieder freitags Seeham SEhEN“ findet ihr hier.

  • Ein Tag im BioParadies

    Ein Tag im BioParadies

    Slow Travel ist in den letzten Jahren zu einem echten Trendbegriff geworden. Doch was bedeutet das eigentlich? Langsam reisen heißt, eine Destination bewusst zu erleben, statt nur möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Es geht darum, sich Zeit zu nehmen, Eindrücke wirken zu lassen und Raum für echte Erlebnisse zu schaffen.

    Wer kennt es nicht: Man macht einen Städtetrip, jagt von Wahrzeichen zu Wahrzeichen, versucht alles mitzunehmen und kommt am Ende gestresster nach Hause, als man gestartet ist. Zu viele Eindrücke, zu wenig Ruhe, ein lautes Hotel und kaum Zeit zum Durchatmen.

    Im Hotel zum Hirschen geht es auch anders. Hier beginnt der Tag entspannt, mit einer erholsamen Nacht. Wer gerne mit Bewegung in den Morgen startet, gönnt sich eine Yogaeinheit im liebevoll designten Yogaraum oder ein Workout im Fitnessraum. Danach wartet ein liebevoll zubereitetes Bio-Frühstück mit hochwertigen Zutaten. Geheimtipp: Im grünen Garten schmeckt der Morgen gleich noch besser.

    Danach Salzburg ganz ohne Eile entdecken. Ein Fahrrad direkt im Hotel ausleihen, ab an die Salzach und entspannt durch die Stadt rollen. Zwischen dem Sightseeing an der Salzach verweilen, im Mirabellgarten die Blumenpracht genießen, kleine Gassen der Altstadt erkunden oder einfach dort bleiben, wo es gerade schön ist. Wenn die Temperaturen steigen, lohnt sich auch ein Abstecher zum Almkanal oder zur Königsseeache, wo das kühle Nass wartet. Ohne Zeitdruck, ohne To-do-Liste.

    Zurück im Hotel warten Kaffee und Kuchen im Garten, umgeben von viel Grün. Wer sich nach noch mehr Entspannung sehnt, belohnt sich mit einem Saunagang und einer Auszeit im stilvollen Ruheraum, am besten mit einem guten Buch. Am Abend noch ein guter Drink unter freiem Himmel, während der Tag langsam ausklingt.

    Unweit vom Stadtzentrum und doch im Grünen. So fühlt sich Slow Travel an.

  • Ein Haus, das seinen eigenen Weg gefunden hat

    Ein Haus, das seinen eigenen Weg gefunden hat

    Hotel im Wald Hammerschmiede

    Manchmal beginnt eine Geschichte ganz unspektakulär. Mit einer Idee, einem Spaziergang oder einer Entscheidung, die sich im ersten Moment gar nicht so groß anfühlt.

    Bei Ernestine Stadler begann alles mit einem Wanderführer.

    Der Fremdenverkehrsverein in Anthering suchte damals jemanden, der Wanderwege für Besucherinnen und Besucher dokumentiert. Ernestine meldete sich. Schritt für Schritt wanderte sie die Wege rund um den Ort ab. Dabei entdeckte sie einen Platz, den viele Einheimische bis heute kaum kennen.

    Mitten im Wald stand sie plötzlich vor einem alten Gebäude. Die Hammerschmiede. Ein Haus, umgeben von Wasser, Wald und den Elementen der Natur.

    Der letzte Schmied stand damals noch vor der Tür und sie kamen ins Gespräch.
    Das Dach der Schmiede war eingestürzt, das Haus damals schon alt.

    Es war da aber dieser Momente, der sich nicht planen lässt. Eine Begegnung, ein Ort, eine Fügung. Ernestine wusste sofort: Hier steckt etwas Besonderes.

    Als die alte Schmiede schließlich zum Verkauf stand, ließ sich Ernestine nicht lange überreden. Viele rieten ihr davon ab. Zu abgelegen, zu aufwendig, zu viel Risiko.

    Doch sie sah etwas anderes.

    Sie sah ein Haus mit Geschichte. Mauern, die seit Jahrhunderten bestehen. Eine Statik, die stabil genug war, um darauf aufzubauen. Und eine Umgebung, die heute selten geworden ist: Ruhe, Wald, Wasser und Vogelgezwitscher.

    Mit einem Architekten, der im Laufe der Zeit zum Freund wurde, begann die behutsame Entwicklung des Hauses. Schritt für Schritt entstand aus der alten Hammerschmiede ein Ort für Gäste.

    Zuerst waren es Ferienwohnungen. Doch bald wurden die Anfragen nach Zimmern mehr. Das Haus wuchs weiter. Auch die Geschichte der Schmiede wurde durch Ernestine Stück für Stück freigelegt, etwa durch ein historisches Bild aus dem Bauernkalender im Landesarchiv, das den alten Betrieb dokumentiert.

    Bild aus dem Bauernkalender Landesarchiv

    Heute verfügt das Hotel über 12 Zimmer und 4 großzügige Suiten mit jeweils zwei Schlafzimmern.

    Die Hammerschmiede ist kein klassisches Hotel. Sie ist eher ein Rückzugsort.

    Viele Gäste kommen wegen der Ruhe. Nur etwa zwanzig Minuten von der Stadt Salzburg entfernt und doch mitten im Wald. Kein Verkehr, kein Lärm. Nur das Rauschen des Baches und das Zwitschern der Vögel.

    Besonders beliebt ist das Haus für Seminare und Workshops. Drei Seminarräume stehen dafür zur Verfügung. Unternehmen aus Österreich und internationale Teams schätzen die besondere Atmosphäre.

    Hier lässt sich konzentriert arbeiten und gleichzeitig tief durchatmen. Gespräche entstehen oft draußen auf der Wiese oder bei einem Spaziergang durch den Wald.

    Die Natur rund um die Hammerschmiede beeindruckt viele Gäste sofort. Unverfälscht, echt und kraftvoll.

    Ernestine selbst liebt besonders die internationalen Gäste.

    Vielleicht liegt das auch daran, dass sie früher viel gereist ist. Frankreich, die USA, der Libanon, Syrien und viele europäische Länder haben sie geprägt. Sie beobachtete Hotels, Konzepte und Gastfreundschaft überall dort, wo sie unterwegs war.

    Diese Erfahrungen flossen später ganz selbstverständlich in die Hammerschmiede ein.

    Ihre ursprüngliche Ausbildung war übrigens eine kaufmännische. Kostenrechnung und wirtschaftliches Denken begleiteten sie schon lange, bevor sie Gastgeberin wurde. Eine Fähigkeit, die beim Aufbau eines Hauses wie der Hammerschmiede sicher nicht geschadet hat.

    Ernestine Stadler

    Viele Antheringerinnen und Antheringer kennen den Weg zur Hammerschmiede bis heute nicht. Vielleicht ist genau das Teil ihres Charmes.

    Wer ihn einmal gegangen ist, merkt schnell, dass dieser Ort etwas Besonderes hat. Ein Haus mit Geschichte. Eine Gastgeberin mit Mut. Und eine Umgebung, die zur Ruhe einlädt.

    Die Hammerschmiede ist kein Ort für schnellen Tourismus.

    Sie ist ein Platz für Menschen, die Natur, Stille und echte Gastfreundschaft suchen.

  • BioAkademie Seeham

    BioAkademie Seeham

    Ein Haus das Haltung lebt

    Wenn Worte in Taten übergehen, entsteht etwas Besonderes. Genau das war bei der Eröffnung der BioAkademie am 27. Februar in Seeham spürbar. Ungezwungen war die Atmosphäre, persönlich die Begegnungen, charmant die Gespräche. Es wurde viel gelacht. Und doch war da diese klare Haltung, die den Raum getragen hat: Hier sind Idealistinnen und Idealisten versammelt, die nicht nur über Bio sprechen, sondern es leben.

    Ein wachsender Campus mit Strahlkraft

    Die BioAkademie ist Teil des BioArt Campus in Seeham, einem Ort, der sich Schritt für Schritt zu einem Leuchtturm für nachhaltige Entwicklung im Salzburger Seenland entwickelt. Gut besucht war die Eröffnung, der Campus wächst, das Netzwerk ebenso.

    Seeham gilt heute als kleinste Bio Gemeinde Europas und wurde von der Europäischen Union als Organic City ausgezeichnet. Rund 2.000 Einwohnerinnen und Einwohner, viele davon ehrenamtlich engagiert, tragen diese Idee mit. Das, was hier im Haus gelebt wird, wird nach außen getragen. Nicht als Marketing, sondern als Selbstverständnis.

    Visionäre am Wort

    Wenn man über die BioAkademie spricht, kommt man an einer Familie nicht vorbei, den Rosenstatters.

    Hermann Senior hat seinen Söhnen Robert und Hermann früh vorgelebt, wie biologische Landwirtschaft funktionieren kann und wie gut sie funktionieren kann. Nicht als Ideologie, sondern als gelebte Praxis. Als wirtschaftlich tragfähiges Modell. Als Haltung.

    Robert Rosenstatter ist Vorstandsvorsitzender der BioArt AG und Geschäftsführer des BioArt Campus. Er zählt zu den zentralen Initiatoren des Campus und treibt dessen Entwicklung als Ort für Innovation, Vernetzung und Bewusstseinsbildung konsequent voran. Mit der BioArt steht er für hochwertige Bio Produkte mit klarem Genussanspruch und transparenter Herkunft.

    Sein Bruder Hermann Rosenstatter Junior führt mit seiner Familie die biologische Landwirtschaft weiter und ist Gastgeber im Bio Hotel Schiessentobel in Seeham. Hoch über dem See gelegen verbindet das Haus Bio Kulinarik, Seminarbetrieb und landwirtschaftliche Verwurzelung auf natürliche Weise.

    Durch den Vormittag führte Thomas Wallner Obmann vom Verein Vermarktungsgemeinschaft Biodorf Seeham, der mit seiner Frau die Salzburger Ölmühle betreibt. Im BioArt Campus entstehen dort hochwertigste Öle in Bio Qualität – kalt gepresst, mit viel Handwerk und Bewusstsein für Rohstoffe.

    Seine Worte waren bodenständig, mit viel Schmäh und und viel Wertschätzung für das, was hier entstanden ist.

    Die operative Leitung der BioAkademie liegt bei Brigitte Schlögl. Mit viel Gespür für Menschen, Inhalte und Vernetzung formt sie die Akademie zu einer Bildungs und Erlebnisplattform, die Wissen nicht nur vermittelt, sondern erfahrbar macht.

    Die BioAkademie versteht sich nicht als reiner Seminarraum. Sie ist Treffpunkt. Dialograum. Impulsgeber.

    Viele bekannte Gesichter aus Wirtschaft und Politik waren anwesend. Vertreterinnen und Vertreter von Bio Austria, aus dem Leader Projekt Nieder Salzburger Seeland, aus der Gemeinde Seeham, Landespolitik, Heumilch, Brauwirtschaft, Großhandel.

    Was auffiel: Es war keine steife Eröffnung. Es war ein Zusammentreffen von Menschen, die sich seit Jahren kennen, gemeinsam ringen, gemeinsam gestalten.

    Schon früh gab es im Salzburger Seenland Menschen, die sich gegen Spritzmittel und industrielle Landwirtschaft aufgelehnt haben. Idealisten, die belächelt wurden. Die nicht lockerließen. Dann kamen die ersten Reformen in der Landwirtschaft. Bio begann langsam Fahrt aufzunehmen. Nicht ohne Widerstände. Nicht ohne Gegenwind.

    Heute stehen viele Idealistinnen und Visionäre gemeinsam in der größten Heumilchregion Europas. Bäuerinnen und Bauern, Unternehmerinnen und Unternehmer, politische Entscheidungsträger, engagierte Bürgerinnen und Bürger. Eine ganze Region, die Verantwortung übernommen hat.

    Und was deutlich wurde: Auf Preise, Auszeichnungen und Zertifizierungen wird sich hier nicht ausgeruht. Weder heute noch in Zukunft. Sie sind Anerkennung, aber kein Ziel. Hier wird weitergearbeitet. Weitergedacht. Weitergekämpft. Für biologische Landwirtschaft. Für Genuss. Für hochwertige Produkte. Für ganze Regionen, die sich bewusst für eine biologische Lebensweise entscheiden.

    Als Pionier und Mitbegründer wurde auch Sepp Schwaiger gewürdigt, dessen Nachfolger sich der Verantwortung dieses Amtes bewusst zeigt. Der Landesrat Maximilian Aigner betonte in seiner Ansprache, wie wichtig das bewusste Zusammenkommen ist. Erlebnis, Qualität und Verantwortung müssten Hand in Hand gehen. Die BioAkademie sei fruchtbarer Boden für neue Impulse und ein starkes Signal für eine Landwirtschaft mit Zukunft.

    Der Bürgermeister von Seeham Christian Altendorfer sprach mit spürbarer Bodenhaftung. Er sehe sich nicht als oberster Entscheidungsträger, sondern als Mitarbeiter seiner Gemeinde. In Kindergarten und Schule werde selbstverständlich Bio Qualität aus der Region gelebt. Gesunde Jause und Mittagessen sind hier kein Projekt, sondern Alltag. Vorbild sein beginne im Kleinen.

    Vielleicht war genau das der Kern dieses Vormittags: Eine Region, die sich ihrer Geschichte bewusst ist. Die ihre Wurzeln kennt. Und die dennoch nicht stehen bleibt.

    Wirkungspartner mit großer Strahlkraft

    Vorgestellt wurden auch die Wirkungspartner, ein starkes Netzwerk aus Wirtschaft und Landwirtschaft, das die BioAkademie mitträgt:

    ARGE Heumilch – Reinheit und Kulturlandschaft

    Die Obfrau der ARGE Heumilch Christine Schwarzenberger sprach über die besondere Qualität der Heumilch. Kühe, die ausschließlich mit Heu und Blumen gefüttert werden, liefern eine Milch von außergewöhnlicher Reinheit. Ideal für die Verarbeitung in der Käserei, vor allem für Rohmilchprodukte.

    Heumilch ist mehr als ein Produkt. Sie erhält Kulturlandschaften, sie steht für Transparenz und für Information gegenüber Konsumentinnen und Konsumenten. Nur etwa 15 Prozent der Milchbetriebe arbeiten als Heumilchbetriebe. Eine elitäre Runde, wie es augenzwinkernd hieß, aber vor allem ein starkes Sprachrohr für Qualität.

    Privatbrauerei Sigl – Austausch statt Wirtshaussterben

    Auch Josef Sigl betonte, wie wichtig Orte des Austauschs geworden sind. In Zeiten des Wirtshaussterbens brauche es Räume der Begegnung. Bier hat sich dabei schon damals als verbindendes Element bewährt.

    Es ging um Wertschätzung von Lebensmitteln, um neue Impulse, die über die Grenzen hinausgehen. Sogar Haferdrink fand seinen Platz in den Gesprächen. Und immer wieder war da die Bewunderung für Seeham, für den Mut, gemeinsam neue Wege zu gehen.

    BioGast – Bio wirkt

    Horst Moser von BioGast verwies auf die Initiative Bio wirkt und die gemeinsame Entwicklung von Standards und Transparenz. Als Mitentwickler bringt BioGast nicht nur Produkte, sondern auch Haltung ein.

    Ein Haus, das Haltung sichtbar macht

    Die BioAkademie versteht sich als Bildungs- und Erlebnisplattform. Sie schafft Raum für Austausch, Wissenstransfer und Inspiration. Für Produzentinnen und Produzenten, für Konsumentinnen und Konsumenten, für junge Menschen, für Entscheidungsträger.

    Mit Blick auf die kommenden Seehamer Biotage im Herbst wurde deutlich: Das hier ist kein punktuelles Projekt. Es ist Teil einer Bewegung.

    Was an diesem Abend spürbar war, lässt sich schwer in Zahlen fassen. Vielleicht so: Viele Menschen in einem Raum, vereint durch die Überzeugung, dass Verantwortung, Qualität und Gemeinschaft kein Trend sind, sondern eine Haltung. Und dass diese Haltung, wenn sie im Haus gelebt wird, weit über die Türen hinauswirkt.

  • Drei Hauben. 100 Prozent Bio. Und Abende, die man nicht vergisst.

    Drei Hauben. 100 Prozent Bio. Und Abende, die man nicht vergisst.

    Manchmal beschließt man ganz bewusst, sich herauszuputzen. Nicht, weil man muss. Nicht, weil ein Termin im Kalender steht. Sondern, weil man Lust darauf hat. Lust auf einen Abend, der sich besonders anfühlt.

    Man schlüpft in das Kleid oder das Hemd, das sonst im Schrank auf seinen großen Auftritt wartet. Man packt seine Liebsten ein. Und dann gönnt man sich etwas.

    Im VOI.bio in Puch Urstein isst man nicht einfach auf Drei Hauben Niveau. Man isst 100 Prozent Bio. Und das auf einem Niveau, das zeigt, wie vielschichtig, fein und gleichzeitig kraftvoll biologische Küche sein kann.

    Ein Dinner auf höchstem Niveau. Und trotzdem leistbar.

    Liebe geht durch den Magen

    Das Sharing Menü am Valentinstag beginnt mit Brot, Butter und einem Amuse Bouche. Ein leiser Auftakt, der schon erahnen lässt, was kommt.

    Dann stehen die Vorspeisen auf dem Tisch. Nicht streng portioniert, sondern zum Teilen. Zum Probieren. Zum Weiterreichen.

    Bio Lachsforelle mit Sanddorn und Kürbis.
    Frisch, säuerlich, weich und cremig zugleich.

    Pilz Fumée mit Hanf.
    Rauchig, erdig, tief.

    Beef Tatare mit Miso und Trüffel.
    Umami, Würze, Eleganz.

    Man beugt sich über die Teller, kostet, tauscht Blicke aus. Man spricht über Aromen. Über Texturen. Und darüber, wie gut es sich anfühlt, sich einfach Zeit zu nehmen.

    Im Hauptgang wird es noch intensiver.

    Hirsch mit Pastinake und Erdäpfel Lauch Tarte, begleitet von einer Wacholderjus, die an Waldspaziergänge erinnert.

    Frischkäse Tascherl mit Topinambur und Quitte, fein ausbalanciert zwischen Süße und Säure.

    Seeforelle mit Apfel Sellerie, rotem Reis und Nussbutter. Zart, klar, elegant.

    Alles ist vielschichtig. Nichts ist überladen. Jeder Teller wirkt durchdacht.

    Zum Abschluss das Duett von der Zotter Schokolade mit Himbeer. Roquefort mit Grapefruit und salzigem Kakao. Und schließlich die VOI.bio Praline „His & Hers“. Ein kleines Augenzwinkern zum Valentinstag.

    Dazu eine erlesene Weinauswahl, die den Abend trägt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

    Im Fine Dining Bereich entsteht eine fast intime Stimmung. Die gemütlichen Sitzecken fühlen sich an wie eine Umarmung. Man ist unter Menschen und doch ganz für sich.

    Wenn Kulinarik sichtbar wird

    Und dann die Küchenparty.

    Hier ist es anders. Offener. Lebendiger. Persönlicher.

    Keine geschlossenen Türen. Man bewegt sich frei durch den Raum, kommt mit anderen Gästen ins Gespräch, steht plötzlich neben dem Pass und schaut zu, wie Teller angerichtet werden.

    Die Küchenparty am Aschermittwoch war kein klassisches Menü. Sie war ein kulinarischer Streifzug. Ein Abend, an dem man sich treiben lässt, kostet, zurückkommt, noch einmal probiert.

    Schon beim Vorspeisenbuffet wurde klar, wie vielseitig dieser Abend gedacht war. Kleine Gabelbissen, Kreationen mit heimischem Fisch, handgerollte Maki Rollen mit Forelle und Gurke, frisch tranchierte Lachsforelle mit Soja, Yuzu und einem Hauch Trüffel. Ein „Hamburger Fischweckerl“ im VOI.bio Stil aus Saibling. Und dann diese falsche Jakobsmuschel aus Kräuterseitling mit Gremolata, die zeigt, wie kreativ hier mit Texturen gespielt wird.

    Daneben eine Bouillabaisse aus heimischen Fischen mit Perlgraupen und Spinat. Kräftig, wärmend, tief.

    Was diesen Abend so besonders gemacht hat, war die Bandbreite.

    Waller Szegetiner mit Kraut und Sauerrahm, bodenständig interpretiert und doch raffiniert.
    Seeforelle mit Zitrusrisotto und Kapern Crunch, frisch und elegant.
    Fischbällchen mit Kartoffel Artischockensalat und Remoulade, fast schon verspielt.
    Pasta mit Trüffel und Parmesan, purer Genuss.
    Gyoza mit Spinat und Hanf, modern und leicht.

    Es war kein Abend für eine einzige Geschmacksrichtung. Es war ein Abend für Neugier. Für Kontraste. Für Wiederholungen.

    Man holt sich kleine Portionen, steht wieder in der Küche, schaut beim Anrichten zu, kommt mit den Köchen ins Gespräch. Und plötzlich probiert man Dinge, die man vielleicht nie bestellt hätte.

    Zum Abschluss ein Käsebuffet mit österreichischen Sorten, begleitet von Chutneys, Nüssen und Trockenfrüchten. Und süße Kreationen aus dem Glas, frische Pofesen mit Powidl und Zimtzucker. Tradition trifft Moderne, auch im Dessert.

    Die Küchenparty im VOI.bio ist kein steifes Event. Sie ist lebendig. Persönlich. Und vor allem unglaublich vielfältig.

    Man geht nicht nur satt nach Hause. Man geht inspiriert.

    Die Köpfe hinter der Küche

    Küchenchef Daniel Leitner ist keiner, der sich hinter dem Pass versteckt. Der gebürtige Seekirchner wurde in der Salzburger Spitzengastronomie groß, seine Ausbildung begann bei Bruno Plotheger und führte ihn bis zum Schlosswirt zu Anif. Den prägenden Feinschliff erhielt er von seinem Mentor Maximilian Aichinger, der seinen Blick für moderne Spitzenküche nachhaltig geschärft hat.

    Heute verbindet Daniel dieses handwerkliche Fundament mit einer klar gelebten Haltung. No Waste ist für ihn kein Schlagwort, sondern Selbstverständlichkeit. Respekt vor dem Produkt, bewusster Umgang mit Ressourcen und kompromisslose Qualität ziehen sich durch jedes Menü. Mit Techniken wie Dry Aging und Fermentation holt er aus regionalen Zutaten und frischen Kräutern eine Tiefe heraus, die überrascht und begeistert. Traditionelles Handwerk denkt er weiter, ohne es zu verlieren. Nachhaltig, zeitgemäß und mit viel Gefühl.

    Und trotzdem ist er nahbar. Sympathisch. Er kommt zum Tisch, fragt nach, erklärt, erzählt. Spricht mit leuchtenden Augen über seine Kreationen, als würde er sie gerade neu entdecken.

    An seiner Seite steht Karol Klinger. Jung, dynamisch, mit polnischen Wurzeln und trotz seiner 28 Jahre bereits einem Jahrzehnt Erfahrung am Herd. Seine Philosophie ist klar und reduziert. Maximal fünf Zutaten pro Gericht, damit jedes einzelne Produkt wirken darf.

    Während Daniel die Tiefe bringt, sorgt Karol für Energie. Für Stimmung in der Küche. Für diesen lebendigen Rhythmus, den man spürt, wenn ein Team perfekt zusammenspielt.

    Genau diese Mischung aus Präzision, Leidenschaft und Persönlichkeit landet schließlich auf dem Teller.

    VOI.bio ist kein Ort für schnelle Entscheidungen.

    Es ist ein Ort für besondere Abende. Für Gespräche, die länger dauern. Für Gläser, die sich wie von selbst noch einmal füllen. Für Gerichte, über die man am nächsten Tag noch spricht.

    Ob Sharing Menü zum Valentinstag oder Küchenparty mit Blick hinter die Kulissen. Hier wird Essen zum Erlebnis.

    Und vielleicht sitzt man am Ende da, lehnt sich zurück und denkt sich:

    Genau deshalb putzt man sich manchmal freiwillig heraus.

  • Kein Schnickschnack. Einfach Blasiwirt.

    Kein Schnickschnack. Einfach Blasiwirt.

    Landgut Blasiwirt, St. Michael im Lungau

    Der Blasiwirt erzählt eine lange Geschichte. Und sie beginnt nicht spektakulär, sondern genau dort, wo sie bis heute ihren Mittelpunkt hat: in der Gaststube. Wenn sich Hausherr Hannes Mayr kurz dazusetzt, wird diese Geschichte greifbar. Man hört zu, lehnt sich zurück und lauscht.

    Der Blasiwirt, oder besser gesagt das Blasigut, da es aus mehreren Häuschen besteht steht zentral im Ort. Wobei Ort fast zu groß klingt. Fell ist ein Weiler, wie man in Österreich sagt. Ein paar Häuser, mehr nicht. Gerade deshalb war Orientierung wichtig. Am vordersten Haus ist nach wie vor eine Art Kirchturmuhr angebracht, aber mehr dazu später.

    Dass der Kern des Blasiwirts bis heute die Gaststube ist, passt genau dazu. Der Betrieb begann als Gasthaus, nicht als Hotel. Erst später kamen die Zimmer dazu. Rund um den Ort des Zusammensitzens ist alles gewachsen. Gebäude kamen hinzu, Nutzungen änderten sich, aber das Herz blieb dasselbe.

    Im Jahr 1901 kam das Blasiwirt-Anwesen in den Besitz von Johann Mayr und seiner Familie. Wirtshaus und Landwirtschaft waren von Beginn an die zwei Standbeine. Daneben wurden eine Schnapsbrennerei und sogar eine Greißlerei betrieben. Der Blasiwirt war mehr als ein Gasthaus, er war Teil des täglichen Lebens im Weiler.

    1973 errichtete Walter Mayr den Gasthof in seiner heutigen Form. Der alte Gasthof blieb bestehen, dort sind bis heute Landwirtschaft und Wohnräume für Familie und Mitarbeitende untergebracht. Seit 2004 führt Hannes Mayr den Betrieb in vierter Generation. Und während neue Ideen dazukommen, ist die Vergangenheit immer spürbar. Auch, weil die Mama noch durchs Haus huscht und neue Gäste begrüßt.

    Wenn der Blasiwirt einmal geschlossen ist, nutzt die Familie diese Zeit für Reisen und sportliche Aktivitäten. Doch in einem dieser ruhigeren Sommer entstand ein Projekt, das Geschichte und Gegenwart verbindet. Das alte barocke Ziffernblatt, das sich im Heimatmuseum befand, sollte restauriert und wieder angebracht werden.

    Während des Zweiten Weltkriegs wurde viel bäuerliche Kunst geraubt. Dieses Ziffernblatt blieb zurück, vermutlich weil es bereits stark beschädigt war. Jahrzehnte später bekam Hannes das Ziffernblatt vom Museum zurück und ließ es restaurieren. Ein Stück Geschichte fand so wieder seinen Platz.

    Heute ist der Blasiwirt ein Ort der Herzlichkeit und Ruhe. Kein Schnickschnack, keine Inszenierung. Nett im besten Sinn. Traditionell, ohne stehen geblieben zu sein. Viele Gäste kommen seit Jahrzehnten. Manche seit über 30 Jahren. Das Ehepaar Mayr dreht seine Runden durchs Haus, setzt sich auch einmal an den Tisch dazu, hört zu, erzählt. Der Kontakt ist eng, persönlich und selbstverständlich.

    Auch die Lage erzählt Geschichte von Alltagstauglichkeit. Durch das Lungau Shuttle und der Busverbindung nach Salzburg ist der Blasiwirt gut ohne Auto erreichbar. Wer möchte, fährt damit nach Obertauern oder in eines der umliegenden Skigebiete. Wer mit dem Auto anreist, braucht keine zehn Minuten ins nächstgelegene Skigebiet. Kurz & unkompliziert. Wer einen Ort Sucht ohne Aprés Ski Trubel, Hotels die sich aneinanderreihen und im Urlaub einfach Skifahren und Relaxen möchte, ist bei den Mayrs perfekt aufgehoben.

    Zum Hof gehört auch der Blasiteich, ein eigener Badesee, im Sommer zum Abkühlen, im Winter ein stiller Ort für einen Spaziergang. Rund 15 Minuten zu Fuß vom Haus entfernt. 40 Hektar Landwirtschaft, davon 35 Hektar Wald werden von Bruder, Mutter und Hannes selbst bewirtschaftet. Nicht nur Zweibeiner leben am Landhotel auch Esel, Ziegen, Scharfe, die als Rasenmäher Ersatz dienen, Hühner, Hasen, Katzen, ein Pony und zwei Schweine. Forellen schwimmen im eigenen Fischteich.

    Fragt man Hannes nach einem Tierrating, ist die Antwort klar. Die Hasen führen die Beliebtheitsskala an, dicht gefolgt von Esel, Schweine & Katzen.

    Der Lungau selbst ist seit jeher eine Region für Aktive. Doch was ihn im Sommer wirklich besonders macht, sind seine Bergseen. Über 60 glasklare Bergseen liegen hier verstreut zwischen Almen, weiten Tälern und sanften Gipfeln. Sie sind das stille Markenzeichen der Region.

    Viele dieser Seen liegen auf Höhen zwischen 1.800 und 2.000 Metern, eingebettet in eine Landschaft, die offen und weit wirkt. Manche erreicht man auf kurzen Wanderungen, andere im Rahmen von Tagestouren. Oft verbindet ein Weg mehrere Seen miteinander. Man geht, bleibt stehen, schaut, setzt sich ans Ufer. Manche der Bergseen laden an warmen Tagen sogar zu einer kurzen Abkühlung ein. Still, klar, unverfälscht.

    Rund um diese Seenlandschaft erstrecken sich weite Täler und zahlreiche bewirtschaftete Hütten, die den Lungau seit jeher prägen. Orte zum Einkehren, zum Verweilen, zum Jausnen. Dazu kommt ein dichtes Netz an Wegen für alle, die sich gern auf zwei Rädern bewegen. Mountainbiken, Gravelbike-Routen durch die Landschaft und ideale Bedingungen für Rennradfahrer machen die Region abwechslungsreich, ohne laut zu sein.

    Das Landgut Blasiwirt liegt mittendrin. Als Ausgangspunkt für aktive Tage, als Rückzugsort danach. Alles ist da, was man braucht. Und nichts drängt sich in den Vordergrund. Genau das macht den Lungau aus. Und genau deshalb bleibt man gern länger.

    Zum Schluss noch eine kleine Geschichte, die gut zum Blasiwirt passt. Gemeinsam mit Hannes war ich auf der Eachtlingstour unterwegs, einer kurzen Skitour auf das Tschaneck. Ihren Namen trägt sie, so erzählt man sich in St. Michael, weil eine Hausfrau vor dem Losgehen einen Topf mit Kartoffeln auf den Herd gestellt hat. Als sie von der Tour zurückkam, waren sie fertig gekocht. Eine Feiertagsrunde, ruhig, schön und schnell zu bewältigen. Hannes serviert in der Früh das Frühstück, erledigt noch Administratives, geht zwischendurch auf Skitour und steht pünktlich wieder in der Küche, wenn es Zeit ist, das Abendessen vorzubereiten.

    Dass das Essen hier einen hohen Stellenwert hat, merkt man sofort. Beim Blasiwirt gibt es Halbpension, zum Großteil mit biologischen Lebensmitteln, regional gedacht und ehrlich gekocht. Keine Show, sondern Qualität, die sich sehen und schmecken lassen kann. Genau wie alles andere hier.

    Und dann ist da noch das Thema Bio im Lungau. „Kemmts eina – mia gfrein ins auf enk!“ ist das Motto von sechs bäuerlichen Betrieben und zwei Kleingewerben, die ihre Produkte im Kemmts Eina am Tamsweger Marktplatz verkaufen. Der Bauernladen steht für regionale Lebensmittel, kurze Wege und transparente Herkunft. Eine Haltung, die auch beim Blasiwirt gelebt wird.

    Hannes folgt dabei einer klaren Devise. Lieber weniger Geld in aufwändige Umgestaltungen stecken. Das Haus ursprünglich und basic lassen. Dafür hochwertige Produkte einkaufen und vor allem einheimisches Personal gut bezahlen. Eine Haltung, die man eigentlich nicht erklären muss. Man merkt sie. Und man schmeckt sie.

  • Gut für Haut, Haar, Seele und Natur

    Gut für Haut, Haar, Seele und Natur

    MARíAS Organic Care

    Die Geschichte von MARíAS Organic Care beginnt nicht in einem Labor und nicht mit einer Geschäftsidee. Sie beginnt in der Steiermark. Auf einem Bauernhof. In einem alten Blockhaus, gelegen auf einem Hügel, umgeben von Wiesen, Wald und einem großen Kräutergarten. Dorthin zieht Maria Pieper mit ihrer Familie. Das Leben ist einfach, reduziert, intensiv. Ohne Internet, ohne Telefon. Vieles wird selbst gemacht, vieles entsteht aus Notwendigkeit und Aufmerksamkeit für das, was da ist.

    Hund vor Haus

    In dieser Zeit entsteht die erste Ringelblumensalbe. Nicht als Produkt, sondern als Pflege für den eigenen Sohn im Babyalter. Aus den Kräutern des Gartens. Aus dem Wunsch heraus, genau zu wissen, was auf die Haut kommt. Diese Salbe markiert keinen Startpunkt eines Unternehmens, sondern den Beginn eines Weges. Einer Auseinandersetzung mit Pflanzen, Wirkweisen und Verantwortung.

    Maria arbeitet zu dieser Zeit noch als Lehrerin. Die Kosmetik entsteht nebenbei, eingebettet in den Alltag am Hof. Bald gibt sie Salben weiter, zunächst im direkten Umfeld, später auch an andere Landwirtinnen. Noch wichtiger als das Produkt selbst ist ihr das Wissen dahinter. Sie hält Vorträge, erklärt Rezepturen, motiviert Frauen, selbst zu beginnen und ihre eigenen Pflegeprodukte herzustellen. Kosmetik wird hier nicht verkauft, sondern geteilt. Als Werkzeug zur Selbstermächtigung & Kreativität.

    Mit wachsender Nachfrage folgen erste Märkte, Kunsthandwerksveranstaltungen und kleine Geschäfte. Alles entwickelt sich langsam, organisch, ohne gezielte Vermarktung. Vertrauen ersetzt Werbung. Auch erste Berührungspunkte mit der Hotellerie entstehen früh. Der Gedanke, Biokosmetik in Hotels zu bringen, ist von Beginn an präsent.

    Ende der 1990er Jahre folgt der Umzug nach Salzburg. Mit diesem Schritt wird aus dem Nebenerwerb ein klares Standbein. Die Entscheidung ist eindeutig. Ganz oder gar nicht. Die Biokosmetik wird professionalisiert, ohne ihre Wurzeln zu verlieren. In Sam entsteht die Manufaktur, bis heute das Herz von MARíAS. Hier wird alles selbst gemacht. Entwicklung, Rühren, Abfüllen, Verpacken. Regional, transparent und konsequent. Maria sammelt Tannenwipfel selbst für ihr Badesalz, arbeitet kreativ und künstlerisch und ist gleichzeitig dort präsent, wo Richtlinien für Biokosmetik verhandelt werden. Sie gestaltet Standards aktiv mit, weil Bio für sie mehr ist als ein Label.

    Ein zentrales Thema ist die klare Abgrenzung zwischen Naturkosmetik und echter Biokosmetik. In Österreich ist Biokosmetik gesetzlich streng geregelt, die Kontrollen sind intensiv und vergleichbar mit jenen in der Landwirtschaft. Für MARíAS ist das selbstverständlich. Verarbeitet werden hochwertige biologische Rohstoffe, Hydrolate statt Wasser, Pflanzenessenzen statt Füllstoffe. Qualität, die man spürt, auch wenn sie nicht immer sofort sichtbar ist. Gleichzeitig bleibt der Anspruch, faire Preise zu halten. Hochwertige Pflege soll leistbar sein und kein Luxusprodukt werden.

    Wissensweitergabe bleibt ein roter Faden. Maria hält Vorträge in Schulen, bei Veranstaltungen und in Fachkreisen. Besonders intensiv arbeitet sie mit Friseurinnen und Friseuren, um Natur und Bio Kosmetik stärker in Ausbildung und Alltag zu integrieren. Weniger Chemie, weniger Müll, mehr Bewusstsein. Auch die Hotellerie spielt eine zentrale Rolle. Viele Bio Hotels setzen bewusst auf die HotelCare Linien von MARíAS, weil Haltung und Anspruch zusammenpassen.

    Mit dem Einstieg von Sohn Valentin beginnt ein neues Kapitel. Nach verschiedenen beruflichen Stationen ist er im Familienbetrieb angekommen und bringt neue Energie, Struktur und Sichtbarkeit mit. Er treibt das Unternehmen voran, stärkt die regionale Präsenz und denkt Kommunikation weiter, ohne den Kern zu verändern. Generationen arbeiten hier gemeinsam, getragen von denselben Werten.


    Ein besonderer Ort ist der Store mitten in der Salzburger Altstadt. Hier kann man die Produkte in Ruhe ausprobieren. Alles liegt offen, kann beschnuppert und aufgetragen werden. Ausgebildete Kosmetikerinnen beraten vor Ort mit Fachwissen und Zeit. Der Store ist kein klassischer Verkaufsraum, sondern ein Ort des Erlebens. Kosmetik wird spürbar, greifbar und verständlich.


    MARíAS Biokosmetik steht für Produkte, die man ohne schlechtes Gewissen verwenden kann. Gut für uns und gut für unsere Umwelt. Gewachsen aus einem Leben am Hügel in der Steiermark und bis heute getragen von einer klaren Haltung. Bio als Lebensform, nicht als Trend.

  • Wo Familie und ehrliche Küche zuhause sind

    Wo Familie und ehrliche Küche zuhause sind

    Bio Pension Vorderlengau

    Wer zur Bio-Pension Vorderlengau kommt, spürt es sofort. Hier geht es nicht um Inszenierung, sondern um ein echtes Miteinander. Um Menschen, die ihren Hof kennen, ihre Tiere schätzen und ihre Gäste wie selbstverständlich mit hineinnehmen in ihren Alltag. Die Pension liegt ruhig oberhalb von Hinterglemm, weit weg vom Trubel und doch nur wenige Minuten vom nächsten Lift entfernt. Eine Lage, die entschleunigt und gleichzeitig alle Möglichkeiten offenlässt.

    Zwei Generationen, ein gemeinsamer Weg

    Die Wurzeln der Bio-Pension Vorderlengau reichen weit zurück. Schon der Großvater verband hier Landwirtschaft und Gastronomie und legte damit den Grundstein für das heutige Haus. 1994 stellte die Familie den Hof auf biologische Landwirtschaft um. Nicht aus Marketinggründen, sondern aus innerer Überzeugung. Bio war und ist hier eine Haltung.
    2017 folgte die Zertifizierung des gesamten Betriebs. Ein bewusster Schritt, der auch eine klare Neuausrichtung mit sich brachte.

    Heute arbeiten zwei Generationen eng zusammen. Josef Senior ist seit 45 Jahren Koch aus Leidenschaft. Noch immer steht er regelmäßig in der Küche, kümmert sich aber vor allem um die Landwirtschaft. Mutter Regina ist im Service und an der Rezeption präsent und sorgt mit viel Herzlichkeit für den direkten Kontakt zu den Gästen. Sohn Sepp ist Küchenchef. Seine Ausbildung führte ihn unter anderem als Souschef zum Daberer in Kärnten, einem der bekanntesten 100 Prozent Bio-Betriebe des Landes. Auch seine Koch- und Kellnerlehre in Hinterglemm war von Beginn an von einer nachhaltigen Linie geprägt.

    Sohn Michael besucht gerade die Landwirtschaftsschule und kümmert sich mit großer Begeisterung um Hof & Tiere. Die Forstwirtschaft ist ein wichtiger Teil des Betriebs. Gerade im Herbst ist die Waldarbeit für Vater und beide Söhne ein wertvoller Ausgleich zur intensiven Arbeit in Küche und Gastronomie.

    Tochter Lisa besuchte die Hauswirtschaftsschule und absolvierte anschließend die Ausbildung zur Heilmasseurin. Heute massiert sie direkt im Haus, in einem liebevoll gestalteten Raum mit einer besonderen Heutapete, die nicht nur schön aussieht, sondern intensiv und angenehm duftet.

    Bio, wie es gelebt wird

    Der Hof ist ein Heumilchbetrieb ohne Silo. Rinder und Schweine werden am Hof gehalten und auch hier geschlachtet. Milchprodukte wie Butter, Topfen und Frischkäse entstehen in eigener Verarbeitung. Obst stammt vom eigenen Grund, der Honig vom Onkel aus der Verwandtschaft. Ergänzt wird das Angebot durch Fisch. Alles ist nachvollziehbar, regional und bewusst gewählt.

    Gegessen wird im Rahmen der Halbpension. Frühstück und Abendessen gehören selbstverständlich dazu. Eine Besonderheit ist das Plattenservice am Abend. Es sorgt für weniger Schwund und dafür, dass trotzdem alle satt werden. Und zwar wirklich alle.

    Gesund und guad, wie man hier sagt.

    Vom Jugendgästehaus zur Bio-Pension für Familien und Erwachsene

    Der erste Schritt in eine neue Richtung erfolgte bereits 2006. Mit einem großen Umbau entstanden eine Sporthalle, eine Sauna sowie mehrere neue Doppel- und Familienzimmer. Die Zeit der Stockbetten ging zu Ende, mehr Komfort hielt Einzug und der Fokus begann sich langsam zu verschieben. 2017 folgte ein weiterer, entscheidender Schritt. Der Bau des Laufstalls war notwendig, weil der Familie klar war, dass sie nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Hotelküche konsequent biozertifizieren wollte. Mit dieser Entscheidung ging auch die bewusste Abkehr von Schulgruppen einher und die klare Ausrichtung auf Familien und Erwachsene. Stück für Stück wurde der Betrieb weiterentwickelt, der Komfort angepasst und Bio noch verständlicher und erlebbarer gemacht. Seit rund drei Jahren ist die Bio-Pension Vorderlengau vollständig auf diese Zielgruppe spezialisiert.

    Ruhe, Natur und neue Wege

    Die Bio-Pension Vorderlengau liegt nicht mitten im Ort. Genau das macht ihren Charakter aus. Hier ist es ruhig, weitläufig und entschleunigt. Kein Durchzugsverkehr, kein Trubel. Und doch erreicht man die Lifte, Wanderwege und das Zentrum von Hinterglemm in wenigen Minuten. Diese Kombination aus Rückzug und Nähe schätzen vor allem Familien und Erwachsene, die tagsüber aktiv sein möchten und abends Ruhe suchen.

    Gleichzeitig ist das Haus perfekt auf Familien eingestellt. Ein großer Spielplatz im Freien bietet viel Platz zum Toben und Entdecken. Die Grillhütte wird an warmen Tagen zum gemeinsamen Treffpunkt. Und im Haus selbst befindet sich eine großzügige Turnhalle, die besonders bei Schlechtwetter ein echtes Highlight ist. Hier können sich Kinder austoben, während die Erwachsenen entspannt wissen, dass alles Platz hat. Diese Mischung aus Ruhe, Bewegung und Freiraum macht die Bio-Pension Vorderlengau zu einem idealen Urlaubsort für Familien. Unkompliziert, entspannt und mit viel Raum für gemeinsame Zeit.

  • Wo Gastfreundschaft Zuhause ist

    Wo Gastfreundschaft Zuhause ist

    Wohlfühlhotel Castello Königsleiten

    Zwei Nächte im Wohlfühlhotel Castello Königsleiten. Und was soll man sagen. Man spürt diesen Ort vom ersten Moment an. Das Castello liegt im äußersten Eck des Pinzgaus, hoch oben in Königsleiten. Ein paar Schritte weiter beginnt bereits Tirol, direkt in Gerlos. In Königsleiten selbst leben etwas mehr als sechzig Menschen. Sechs davon wohnen im Castello. Hier lebt und arbeitet eine Familie zusammen.

    Christian und seine Frau Eva führen das Haus. Ihre vier Kinder helfen schon heute mit, als wäre es selbstverständlich. Die älteste Tochter ist gerade einmal dreizehn und doch schon klar in ihrer Vision: Sie möchte eines Tages das Hotel übernehmen. Für Christian ist das kein Zwang. Jeder soll das machen, was ihm wirklich Freude bereitet. Nach dieser Maxime lebt er selbst. Ob an der Rezeption, beim Frühstück oder im Restaurant, man merkt sofort: Christian arbeitet gerne. Und genau dieses offene, ehrliche Engagement macht das Castello aus.

    Christian ist nicht aus Königsleiten. Auch seine Eltern stammen aus Bramberg. Als sie hier oben begannen, wussten sie nicht genau, wie das Leben in diesem kleinen Dorf tickt. Sie bauten Stück für Stück aus. Und genau das spürt man beim Betreten des Hauses. Nicht als Bruch, sondern als gewachsene Geschichte.

    Begonnen hat alles mit einem Restaurant. Christian hatte Jahre zuvor auf Fuerteventura und anderen spanischen Inseln gearbeitet. Er liebte dort nicht nur das Lebensgefühl, sondern vor allem das Essen. Als seine Eltern ihm erzählten, dass sie ein Grundstück in Königsleiten gekauft hatten, war für ihn schnell klar, was zu tun ist. Er brachte seine Erfahrungen mit und eröffnete ein Restaurant mit Tapas, Pizza und mediterranen Gerichten. Dazu gab es Après-Ski. Aus dem kulinarischen Anfang entwickelte sich nach und nach ein Wohlfühlhotel. 2012 kam die Entscheidung, Zimmer anzubieten und Gäste nicht nur am Tisch, sondern auch über Nacht willkommen zu heißen.

    Im Castello trifft man auf einen Mix, der überrascht und Geborgenheit ausstrahlt. Eine offene Bar im Schirmbar Stil lädt zu gemütlichen Stunden ein. Hier sitzt man zusammen, spielt Karten, führt Gespräche oder bleibt einfach länger als geplant. Daneben stehen moderne Möbel, eine ruhige Ecke zum Ankommen und die traditionellen Eckbänke mit ihrem ursprünglichen Flair. Alles wirkt wie selbstverständlich gewachsen und doch bewusst gestaltet. Man könnte den Charakter so beschreiben: authentisch, ursprünglich und tief österreichisch. Kein Konzept, das wirkt wie von der Stange. Sondern eines, das mit viel Herzblut und Zeit entstanden ist.

    Besonders ist auch, dass das Castello ein echter Familienbetrieb ist. Und das nicht nur im Namen. Kellner Ferry erzählt, dass er sich schon nach einem Jahr wie ein Teil dieser Familie fühlt. Christians Eltern packen bis heute mit an. Seine Mama kümmert sich mit fast siebzig Jahren um Wäsche, um Zimmer und ums Personal, immer mit einem besonderen Schmäh und Elan. Christian beschreibt sie lachend als Duracell Häschen. Sein Vater ist der ruhige Fels, der als Hausmeister dafür sorgt, dass alles richtig funktioniert, aber auch Gäste beim Wandern die Umgebung zeigt. Und auch Christians Schwester gehört zum Team und führt mit Herz die Schirmbar Castello, oder hilft im Betrieb, wenn der Hut brennt. Eva hilft, wo man sie gerade braucht und kümmert sich liebevoll um ihre vier Kinder.

    Wer gerne Ski fährt, Touren geht oder im Sommer wandert und die Ruhe genießen möchte, ist hier genau richtig. In nur zweihundert Metern erreicht man die erste Piste. Von dort aus öffnen sich die Winterwelten der Zillertal Arena mit modernen Liften und weitläufigen Abfahrten bis auf über zweitausendfünfhundert Meter. Das Gebiet bietet alles, was sich Wintersportler wünschen. Nach einem Tag draußen draußen freut man sich auf den Wellnessbereich im Castello, auf Saunen, Wärme und bodenständiges Essen. Spaziergänge durch die umliegenden Wälder führen oft zu Begegnungen mit Rehen. Selbst wenn man hier von einem Skidorf spricht, findet man rundherum nur Naturschutzgebiet.

    Die Stille, die klaren Wege und die Weite geben diesem Ort seinen besonderen Rhythmus. Besonders im Sommer zeigt sich die Region rund um Königsleiten von ihrer besonders stillen Seite. Die Krimmler Wasserfälle sind nur eine kurze Fahrt entfernt und beeindrucken mit ihrer Kraft und Weite. Hoch oben laden die Stauseen zum Innehalten ein. Zum Spazieren, zum Schauen, zum Durchatmen. An warmen Tagen gleitet man mit dem Stand Up Paddle übers Wasser oder sitzt einfach am Ufer und lässt die Zeit langsamer werden. Direkt vor der Haustür beginnen Wanderwege, die zu ursprünglichen Almen führen, zu stillen Gipfeln und weiten Blicken. Oft ist man allein unterwegs. Keine Hektik, kein Trubel. Nur Bewegung, Natur und diese besondere Ruhe, die bleibt.


    Seit 2016 ist das Castello bio zertifiziert. Für Christian und Eva war das kein Trend. Es war eine persönliche Entwicklung. Nach einem Seminar zur gesunden Ernährung stellten sie ihre eigene Lebensweise um. Auch die Schwangerschaft mit ihrer ersten Tochter war ein Wendepunkt. Schnell war klar, dass sie diese Qualität nicht nur privat leben, sondern auch Gästen bieten möchten. Bio wurde nicht nur zum Label, sondern zur Haltung.

    Christian selbst ist ein Naturmensch. Er fährt leidenschaftlich Ski, geht auf Skitour, wandert im Sommer und liebt die Berge. Dass er hier oben, ein wenig ab vom Schuss wohnt, stört ihn kein bisschen. Er liebt die Ruhe. Er steht früh auf, genießt es, mit Vogelgezwitscher zu erwachen, kennt jede Alm und jeden Gipfel. Für viele Gäste ist er ein wandelnder Guide, der nicht aus Broschüren erzählt, sondern aus eigener Erfahrung.

    Eine kleine Tradition im Haus zeigt, wie gern Menschen immer wieder zurückkehren. Stammgäste, die dem Castello fünf Jahre lang treu sind, werden geehrt. Sie bekommen eine Urkunde und ein Foto mit der Familie Eder. Dieses Bild erhält einen Platz auf der Wall of Fame im Haus. Und was soll man sagen. Diese Wand erzählt Geschichten. Viele Bilder hängen dort bereits und zeigen, wie sehr dieser Ort ein Zuhause auf Zeit geworden ist.