Zu Besuch bei Georg Maier im Grünen Hotel zur Post in Salzburg
Wenn Georg Maier über sein Hotel spricht, redet er nicht in Werbephrasen. Sondern in Gedanken, die hängen bleiben.
„Nachhaltigkeit ist für uns kein Zusatz. Es ist die Basis von allem.“
Man glaubt ihm das sofort – spätestens wenn man durch die ruhigen Innenhöfe und grünen Ecken des Hauses geht, das seit 1949 im Familienbesitz ist. Ein Ort, der mit der Zeit gewachsen ist – und der, wie die Pflanzen an seiner Fassade, weiterwächst.
Georg Maier ist ein Idealist. Aber einer, der nicht redet, sondern macht. Der aus einem Stadthotel eine grüne Oase gemacht hat – in einem Viertel mit Geschichte, mitten in Salzburg. Und der dabei weder laut noch leise ist.

Georgs Großeltern kauften das Haus nach dem Krieg, führten es als Gasthaus. Später wurde es zur Pension, in der Georg selbst als Teenager mithalf.
„Es war irgendwie klar, dass ich’s einmal übernehme, damals hat man nicht groß überlegt, ob das passt oder nicht. Man hat’s einfach gemacht.“
1994 kam er mit seiner Frau zurück nach Salzburg, seitdem führen sie das Grüne Hotel zur Post. Mit grüner Haltung und mit Herz.
Georg erzählt offen, dass ihn das Thema Umweltschutz, einmal gefunden, nie mehr losgelassen hat. Weder privat noch beruflich. Schon in den 80ern wurde die erste Solaranlage am Wohnhaus der Familie installiert, 1998 folgte die nächste am Hoteldach. Und 2015 war dann der Startschuss für eine neue Phase: das Österreichische Umweltzeichen.
„Da war plötzlich jeder Bereich Thema. Von der Wäscherei bis zur Rezeption.“

Heute wird die Energie über eine große Pelletsheizung gewonnen, die ehemaligen Gas- und Ölheizungen sind Geschichte. Alle sechs Gebäude des Hotels wurden auf diese zentrale Lösung umgestellt.
„Das war viel Aufwand, alles aufreißen, neu verlegen – aber es hat sich ausgezahlt. Ich bin heute noch stolz drauf.“
Dass so ein Wandel schwer sein müsse, weist Georg übrigens freundlich zurück:
„Eine Herausforderung ist nur dann eine, wenn sie schwierig ist – für uns war’s eigentlich ganz leicht.“
Energie aus der Region – für eine enkeltaugliche Zukunft
Auch der Strom kommt längst nicht mehr von irgendwo. Eine 30-kWp-Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt zwei der Häuser, ein Batteriespeicher puffert die Energie.
„Wenn wir mehr produzieren, hänge ich einfach das E-Auto an.“
Noch dazu bezieht das Hotel Ökostrom direkt vom Kraftwerk Sinnhub – einem Leuchtturmprojekt aus der Region, das auf Initiative der Salzburger Ökostrombörse ermöglicht wurde. Nachhaltiger geht’s kaum.
Bienen, Pflanzen, Wildwuchs – gelebte Naturverbundenheit
Das alles passiert nicht aus Marketinggründen. Sondern weil es sich richtig anfühlt. Weil es Sinn macht. Neben den großen Maßnahmen zählen auch die kleinen: Drei eigene Bienenstöcke brummen auf dem Grundstück – obwohl Georg eine Bienenallergie hat. Nicht wegen des Honigs, sondern damit die fleißigen Bienchen die Blumen rundherum bestäuben.
An der Fassade wächst eine sieben Meter hohe Pflanzenkonstruktion empor, mitten im Stadtgebiet. Und der Garten? Der darf wild wachsen. Ohne Rasenkante, ohne Zwang – dafür mit viel Lebensraum, für reine Luft und blühende Pflanzen.
„Eat the Rainbow“ leicht gemacht
Und dann ist da noch das Frühstück. Eines, das nicht nur satt macht, sondern glücklich. Das Buffet ist eine liebevolle Einladung: 100 % bio, vieles selbstgemacht, regional, vielfältig. Veganer:innen, Vegetarier:innen oder Flexitarier:innen – hier füllt sich jeder Teller bunt.
Nach dem Frühstück, wenn die Gäste langsam in den Tag starten, trifft sich das Team noch einmal im Frühstücksraum. Gemeinsames Kaffeetrinken gehört dazu. Keine Pflicht, sondern ein Ritual. Man begegnet sich hier auf Augenhöhe – mit einem offenen Ohr & einer Prise Humor.

Und weil Verantwortung hier nicht beim Energieverbrauch endet, geht das Hotel noch einen Schritt weiter: Es trägt das ECOnGOOD – ein Label für Betriebe, die fair wirtschaften, soziale Werte leben und ökologische Ziele messbar machen. Kein Marketing-Gag, sondern gelebte Überzeugung. Genau das spürt man – vom Teamfrühstück bis zum Bienenstock.
Ein Ort mit Seele – mitten in der Stadt
Das Grüne Hotel zur Post ist kein Bio-Bauernhof. Und will auch keiner sein. Es ist ein charmantes Stadthotel mit Haltung. Nur wenige Gehminuten vom Zentrum Salzburgs entfernt, aber mit grüner Seele. Ein Ort, an dem sich Geschäftsreisende, Familien, Städteurlauber:innen und Radfahrer:innen begegnen.
Hier wird es dem Gast leicht gemacht, Teil dieser Haltung zu sein. Ob mit dem Live-Busfahrplan an der Rezeption, der bei der nächsten klimafreundlichen Unternehmung hilft, oder mit den stylischen Leihfahrrädern, die direkt vor der Tür bereitstehen. Alles ist durchdacht – aber nichts ist kompliziert. Einfach ankommen, durchatmen, genießen.


















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