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  • Kein Schnickschnack. Einfach Blasiwirt.

    Kein Schnickschnack. Einfach Blasiwirt.

    Landgut Blasiwirt, St. Michael im Lungau

    Der Blasiwirt erzählt eine lange Geschichte. Und sie beginnt nicht spektakulär, sondern genau dort, wo sie bis heute ihren Mittelpunkt hat: in der Gaststube. Wenn sich Hausherr Hannes Mayr kurz dazusetzt, wird diese Geschichte greifbar. Man hört zu, lehnt sich zurück und lauscht.

    Der Blasiwirt, oder besser gesagt das Blasigut, da es aus mehreren Häuschen besteht steht zentral im Ort. Wobei Ort fast zu groß klingt. Fell ist ein Weiler, wie man in Österreich sagt. Ein paar Häuser, mehr nicht. Gerade deshalb war Orientierung wichtig. Am vordersten Haus ist nach wie vor eine Art Kirchturmuhr angebracht, aber mehr dazu später.

    Dass der Kern des Blasiwirts bis heute die Gaststube ist, passt genau dazu. Der Betrieb begann als Gasthaus, nicht als Hotel. Erst später kamen die Zimmer dazu. Rund um den Ort des Zusammensitzens ist alles gewachsen. Gebäude kamen hinzu, Nutzungen änderten sich, aber das Herz blieb dasselbe.

    Im Jahr 1901 kam das Blasiwirt-Anwesen in den Besitz von Johann Mayr und seiner Familie. Wirtshaus und Landwirtschaft waren von Beginn an die zwei Standbeine. Daneben wurden eine Schnapsbrennerei und sogar eine Greißlerei betrieben. Der Blasiwirt war mehr als ein Gasthaus, er war Teil des täglichen Lebens im Weiler.

    1973 errichtete Walter Mayr den Gasthof in seiner heutigen Form. Der alte Gasthof blieb bestehen, dort sind bis heute Landwirtschaft und Wohnräume für Familie und Mitarbeitende untergebracht. Seit 2004 führt Hannes Mayr den Betrieb in vierter Generation. Und während neue Ideen dazukommen, ist die Vergangenheit immer spürbar. Auch, weil die Mama noch durchs Haus huscht und neue Gäste begrüßt.

    Wenn der Blasiwirt einmal geschlossen ist, nutzt die Familie diese Zeit für Reisen und sportliche Aktivitäten. Doch in einem dieser ruhigeren Sommer entstand ein Projekt, das Geschichte und Gegenwart verbindet. Das alte barocke Ziffernblatt, das sich im Heimatmuseum befand, sollte restauriert und wieder angebracht werden.

    Während des Zweiten Weltkriegs wurde viel bäuerliche Kunst geraubt. Dieses Ziffernblatt blieb zurück, vermutlich weil es bereits stark beschädigt war. Jahrzehnte später bekam Hannes das Ziffernblatt vom Museum zurück und ließ es restaurieren. Ein Stück Geschichte fand so wieder seinen Platz.

    Heute ist der Blasiwirt ein Ort der Herzlichkeit und Ruhe. Kein Schnickschnack, keine Inszenierung. Nett im besten Sinn. Traditionell, ohne stehen geblieben zu sein. Viele Gäste kommen seit Jahrzehnten. Manche seit über 30 Jahren. Das Ehepaar Mayr dreht seine Runden durchs Haus, setzt sich auch einmal an den Tisch dazu, hört zu, erzählt. Der Kontakt ist eng, persönlich und selbstverständlich.

    Auch die Lage erzählt Geschichte von Alltagstauglichkeit. Durch das Lungau Shuttle und der Busverbindung nach Salzburg ist der Blasiwirt gut ohne Auto erreichbar. Wer möchte, fährt damit nach Obertauern oder in eines der umliegenden Skigebiete. Wer mit dem Auto anreist, braucht keine zehn Minuten ins nächstgelegene Skigebiet. Kurz & unkompliziert. Wer einen Ort Sucht ohne Aprés Ski Trubel, Hotels die sich aneinanderreihen und im Urlaub einfach Skifahren und Relaxen möchte, ist bei den Mayrs perfekt aufgehoben.

    Zum Hof gehört auch der Blasiteich, ein eigener Badesee, im Sommer zum Abkühlen, im Winter ein stiller Ort für einen Spaziergang. Rund 15 Minuten zu Fuß vom Haus entfernt. 40 Hektar Landwirtschaft, davon 35 Hektar Wald werden von Bruder, Mutter und Hannes selbst bewirtschaftet. Nicht nur Zweibeiner leben am Landhotel auch Esel, Ziegen, Scharfe, die als Rasenmäher Ersatz dienen, Hühner, Hasen, Katzen, ein Pony und zwei Schweine. Forellen schwimmen im eigenen Fischteich.

    Fragt man Hannes nach einem Tierrating, ist die Antwort klar. Die Hasen führen die Beliebtheitsskala an, dicht gefolgt von Esel, Schweine & Katzen.

    Der Lungau selbst ist seit jeher eine Region für Aktive. Doch was ihn im Sommer wirklich besonders macht, sind seine Bergseen. Über 60 glasklare Bergseen liegen hier verstreut zwischen Almen, weiten Tälern und sanften Gipfeln. Sie sind das stille Markenzeichen der Region.

    Viele dieser Seen liegen auf Höhen zwischen 1.800 und 2.000 Metern, eingebettet in eine Landschaft, die offen und weit wirkt. Manche erreicht man auf kurzen Wanderungen, andere im Rahmen von Tagestouren. Oft verbindet ein Weg mehrere Seen miteinander. Man geht, bleibt stehen, schaut, setzt sich ans Ufer. Manche der Bergseen laden an warmen Tagen sogar zu einer kurzen Abkühlung ein. Still, klar, unverfälscht.

    Rund um diese Seenlandschaft erstrecken sich weite Täler und zahlreiche bewirtschaftete Hütten, die den Lungau seit jeher prägen. Orte zum Einkehren, zum Verweilen, zum Jausnen. Dazu kommt ein dichtes Netz an Wegen für alle, die sich gern auf zwei Rädern bewegen. Mountainbiken, Gravelbike-Routen durch die Landschaft und ideale Bedingungen für Rennradfahrer machen die Region abwechslungsreich, ohne laut zu sein.

    Das Landgut Blasiwirt liegt mittendrin. Als Ausgangspunkt für aktive Tage, als Rückzugsort danach. Alles ist da, was man braucht. Und nichts drängt sich in den Vordergrund. Genau das macht den Lungau aus. Und genau deshalb bleibt man gern länger.

    Zum Schluss noch eine kleine Geschichte, die gut zum Blasiwirt passt. Gemeinsam mit Hannes war ich auf der Eachtlingstour unterwegs, einer kurzen Skitour auf das Tschaneck. Ihren Namen trägt sie, so erzählt man sich in St. Michael, weil eine Hausfrau vor dem Losgehen einen Topf mit Kartoffeln auf den Herd gestellt hat. Als sie von der Tour zurückkam, waren sie fertig gekocht. Eine Feiertagsrunde, ruhig, schön und schnell zu bewältigen. Hannes serviert in der Früh das Frühstück, erledigt noch Administratives, geht zwischendurch auf Skitour und steht pünktlich wieder in der Küche, wenn es Zeit ist, das Abendessen vorzubereiten.

    Dass das Essen hier einen hohen Stellenwert hat, merkt man sofort. Beim Blasiwirt gibt es Halbpension, zum Großteil mit biologischen Lebensmitteln, regional gedacht und ehrlich gekocht. Keine Show, sondern Qualität, die sich sehen und schmecken lassen kann. Genau wie alles andere hier.

    Und dann ist da noch das Thema Bio im Lungau. „Kemmts eina – mia gfrein ins auf enk!“ ist das Motto von sechs bäuerlichen Betrieben und zwei Kleingewerben, die ihre Produkte im Kemmts Eina am Tamsweger Marktplatz verkaufen. Der Bauernladen steht für regionale Lebensmittel, kurze Wege und transparente Herkunft. Eine Haltung, die auch beim Blasiwirt gelebt wird.

    Hannes folgt dabei einer klaren Devise. Lieber weniger Geld in aufwändige Umgestaltungen stecken. Das Haus ursprünglich und basic lassen. Dafür hochwertige Produkte einkaufen und vor allem einheimisches Personal gut bezahlen. Eine Haltung, die man eigentlich nicht erklären muss. Man merkt sie. Und man schmeckt sie.

  • Gut für Haut, Haar, Seele und Natur

    Gut für Haut, Haar, Seele und Natur

    MARíAS Organic Care

    Die Geschichte von MARíAS Organic Care beginnt nicht in einem Labor und nicht mit einer Geschäftsidee. Sie beginnt in der Steiermark. Auf einem Bauernhof. In einem alten Blockhaus, gelegen auf einem Hügel, umgeben von Wiesen, Wald und einem großen Kräutergarten. Dorthin zieht Maria Pieper mit ihrer Familie. Das Leben ist einfach, reduziert, intensiv. Ohne Internet, ohne Telefon. Vieles wird selbst gemacht, vieles entsteht aus Notwendigkeit und Aufmerksamkeit für das, was da ist.

    In dieser Zeit entsteht die erste Ringelblumensalbe. Nicht als Produkt, sondern als Pflege für den eigenen Sohn im Babyalter. Aus den Kräutern des Gartens. Aus dem Wunsch heraus, genau zu wissen, was auf die Haut kommt. Diese Salbe markiert keinen Startpunkt eines Unternehmens, sondern den Beginn eines Weges. Einer Auseinandersetzung mit Pflanzen, Wirkweisen und Verantwortung.

    Maria arbeitet zu dieser Zeit noch als Lehrerin. Die Kosmetik entsteht nebenbei, eingebettet in den Alltag am Hof. Bald gibt sie Salben weiter, zunächst im direkten Umfeld, später auch an andere Landwirtinnen. Noch wichtiger als das Produkt selbst ist ihr das Wissen dahinter. Sie hält Vorträge, erklärt Rezepturen, motiviert Frauen, selbst zu beginnen und ihre eigenen Pflegeprodukte herzustellen. Kosmetik wird hier nicht verkauft, sondern geteilt. Als Werkzeug zur Selbstermächtigung & Kreativität.

    Mit wachsender Nachfrage folgen erste Märkte, Kunsthandwerksveranstaltungen und kleine Geschäfte. Alles entwickelt sich langsam, organisch, ohne gezielte Vermarktung. Vertrauen ersetzt Werbung. Auch erste Berührungspunkte mit der Hotellerie entstehen früh. Der Gedanke, Biokosmetik in Hotels zu bringen, ist von Beginn an präsent.

    Ende der 1990er Jahre folgt der Umzug nach Salzburg. Mit diesem Schritt wird aus dem Nebenerwerb ein klares Standbein. Die Entscheidung ist eindeutig. Ganz oder gar nicht. Die Biokosmetik wird professionalisiert, ohne ihre Wurzeln zu verlieren. In Sam entsteht die Manufaktur, bis heute das Herz von MARíAS. Hier wird alles selbst gemacht. Entwicklung, Rühren, Abfüllen, Verpacken. Regional, transparent und konsequent. Maria sammelt Tannenwipfel selbst für ihr Badesalz, arbeitet kreativ und künstlerisch und ist gleichzeitig dort präsent, wo Richtlinien für Biokosmetik verhandelt werden. Sie gestaltet Standards aktiv mit, weil Bio für sie mehr ist als ein Label.

    Ein zentrales Thema ist die klare Abgrenzung zwischen Naturkosmetik und echter Biokosmetik. In Österreich ist Biokosmetik gesetzlich streng geregelt, die Kontrollen sind intensiv und vergleichbar mit jenen in der Landwirtschaft. Für MARíAS ist das selbstverständlich. Verarbeitet werden hochwertige biologische Rohstoffe, Hydrolate statt Wasser, Pflanzenessenzen statt Füllstoffe. Qualität, die man spürt, auch wenn sie nicht immer sofort sichtbar ist. Gleichzeitig bleibt der Anspruch, faire Preise zu halten. Hochwertige Pflege soll leistbar sein und kein Luxusprodukt werden.

    Wissensweitergabe bleibt ein roter Faden. Maria hält Vorträge in Schulen, bei Veranstaltungen und in Fachkreisen. Besonders intensiv arbeitet sie mit Friseurinnen und Friseuren, um Natur und Bio Kosmetik stärker in Ausbildung und Alltag zu integrieren. Weniger Chemie, weniger Müll, mehr Bewusstsein. Auch die Hotellerie spielt eine zentrale Rolle. Viele Bio Hotels setzen bewusst auf die HotelCare Linien von MARíAS, weil Haltung und Anspruch zusammenpassen.

    Mit dem Einstieg von Sohn Valentin beginnt ein neues Kapitel. Nach verschiedenen beruflichen Stationen ist er im Familienbetrieb angekommen und bringt neue Energie, Struktur und Sichtbarkeit mit. Er treibt das Unternehmen voran, stärkt die regionale Präsenz und denkt Kommunikation weiter, ohne den Kern zu verändern. Generationen arbeiten hier gemeinsam, getragen von denselben Werten.


    Ein besonderer Ort ist der Store mitten in der Salzburger Altstadt. Hier kann man die Produkte in Ruhe ausprobieren. Alles liegt offen, kann beschnuppert und aufgetragen werden. Ausgebildete Kosmetikerinnen beraten vor Ort mit Fachwissen und Zeit. Der Store ist kein klassischer Verkaufsraum, sondern ein Ort des Erlebens. Kosmetik wird spürbar, greifbar und verständlich.


    MARíAS Biokosmetik steht für Produkte, die man ohne schlechtes Gewissen verwenden kann. Gut für uns und gut für unsere Umwelt. Gewachsen aus einem Leben am Hügel in der Steiermark und bis heute getragen von einer klaren Haltung. Bio als Lebensform, nicht als Trend.

  • Wo Familie und ehrliche Küche zuhause sind

    Wo Familie und ehrliche Küche zuhause sind

    Bio Pension Vorderlengau

    Wer zur Bio-Pension Vorderlengau kommt, spürt es sofort. Hier geht es nicht um Inszenierung, sondern um ein echtes Miteinander. Um Menschen, die ihren Hof kennen, ihre Tiere schätzen und ihre Gäste wie selbstverständlich mit hineinnehmen in ihren Alltag. Die Pension liegt ruhig oberhalb von Hinterglemm, weit weg vom Trubel und doch nur wenige Minuten vom nächsten Lift entfernt. Eine Lage, die entschleunigt und gleichzeitig alle Möglichkeiten offenlässt.

    Zwei Generationen, ein gemeinsamer Weg

    Die Wurzeln der Bio-Pension Vorderlengau reichen weit zurück. Schon der Großvater verband hier Landwirtschaft und Gastronomie und legte damit den Grundstein für das heutige Haus. 1994 stellte die Familie den Hof auf biologische Landwirtschaft um. Nicht aus Marketinggründen, sondern aus innerer Überzeugung. Bio war und ist hier eine Haltung.
    2017 folgte die Zertifizierung des gesamten Betriebs. Ein bewusster Schritt, der auch eine klare Neuausrichtung mit sich brachte.

    Heute arbeiten zwei Generationen eng zusammen. Josef Senior ist seit 45 Jahren Koch aus Leidenschaft. Noch immer steht er regelmäßig in der Küche, kümmert sich aber vor allem um die Landwirtschaft. Mutter Regina ist im Service und an der Rezeption präsent und sorgt mit viel Herzlichkeit für den direkten Kontakt zu den Gästen. Sohn Sepp ist Küchenchef. Seine Ausbildung führte ihn unter anderem als Souschef zum Daberer in Kärnten, einem der bekanntesten 100 Prozent Bio-Betriebe des Landes. Auch seine Koch- und Kellnerlehre in Hinterglemm war von Beginn an von einer nachhaltigen Linie geprägt.

    Sohn Michael besucht gerade die Landwirtschaftsschule und kümmert sich mit großer Begeisterung um Hof & Tiere. Die Forstwirtschaft ist ein wichtiger Teil des Betriebs. Gerade im Herbst ist die Waldarbeit für Vater und beide Söhne ein wertvoller Ausgleich zur intensiven Arbeit in Küche und Gastronomie.

    Tochter Lisa besuchte die Hauswirtschaftsschule und absolvierte anschließend die Ausbildung zur Heilmasseurin. Heute massiert sie direkt im Haus, in einem liebevoll gestalteten Raum mit einer besonderen Heutapete, die nicht nur schön aussieht, sondern intensiv und angenehm duftet.

    Bio, wie es gelebt wird

    Der Hof ist ein Heumilchbetrieb ohne Silo. Rinder und Schweine werden am Hof gehalten und auch hier geschlachtet. Milchprodukte wie Butter, Topfen und Frischkäse entstehen in eigener Verarbeitung. Obst stammt vom eigenen Grund, der Honig vom Onkel aus der Verwandtschaft. Ergänzt wird das Angebot durch Fisch. Alles ist nachvollziehbar, regional und bewusst gewählt.

    Gegessen wird im Rahmen der Halbpension. Frühstück und Abendessen gehören selbstverständlich dazu. Eine Besonderheit ist das Plattenservice am Abend. Es sorgt für weniger Schwund und dafür, dass trotzdem alle satt werden. Und zwar wirklich alle.

    Gesund und guad, wie man hier sagt.

    Vom Jugendgästehaus zur Bio-Pension für Familien und Erwachsene

    Der erste Schritt in eine neue Richtung erfolgte bereits 2006. Mit einem großen Umbau entstanden eine Sporthalle, eine Sauna sowie mehrere neue Doppel- und Familienzimmer. Die Zeit der Stockbetten ging zu Ende, mehr Komfort hielt Einzug und der Fokus begann sich langsam zu verschieben. 2017 folgte ein weiterer, entscheidender Schritt. Der Bau des Laufstalls war notwendig, weil der Familie klar war, dass sie nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Hotelküche konsequent biozertifizieren wollte. Mit dieser Entscheidung ging auch die bewusste Abkehr von Schulgruppen einher und die klare Ausrichtung auf Familien und Erwachsene. Stück für Stück wurde der Betrieb weiterentwickelt, der Komfort angepasst und Bio noch verständlicher und erlebbarer gemacht. Seit rund drei Jahren ist die Bio-Pension Vorderlengau vollständig auf diese Zielgruppe spezialisiert.

    Ruhe, Natur und neue Wege

    Die Bio-Pension Vorderlengau liegt nicht mitten im Ort. Genau das macht ihren Charakter aus. Hier ist es ruhig, weitläufig und entschleunigt. Kein Durchzugsverkehr, kein Trubel. Und doch erreicht man die Lifte, Wanderwege und das Zentrum von Hinterglemm in wenigen Minuten. Diese Kombination aus Rückzug und Nähe schätzen vor allem Familien und Erwachsene, die tagsüber aktiv sein möchten und abends Ruhe suchen.

    Gleichzeitig ist das Haus perfekt auf Familien eingestellt. Ein großer Spielplatz im Freien bietet viel Platz zum Toben und Entdecken. Die Grillhütte wird an warmen Tagen zum gemeinsamen Treffpunkt. Und im Haus selbst befindet sich eine großzügige Turnhalle, die besonders bei Schlechtwetter ein echtes Highlight ist. Hier können sich Kinder austoben, während die Erwachsenen entspannt wissen, dass alles Platz hat. Diese Mischung aus Ruhe, Bewegung und Freiraum macht die Bio-Pension Vorderlengau zu einem idealen Urlaubsort für Familien. Unkompliziert, entspannt und mit viel Raum für gemeinsame Zeit.

  • Wo Gastfreundschaft Zuhause ist

    Wo Gastfreundschaft Zuhause ist

    Wohlfühlhotel Castello Königsleiten

    Zwei Nächte im Wohlfühlhotel Castello Königsleiten. Und was soll man sagen. Man spürt diesen Ort vom ersten Moment an. Das Castello liegt im äußersten Eck des Pinzgaus, hoch oben in Königsleiten. Ein paar Schritte weiter beginnt bereits Tirol, direkt in Gerlos. In Königsleiten selbst leben etwas mehr als sechzig Menschen. Sechs davon wohnen im Castello. Hier lebt und arbeitet eine Familie zusammen.

    Christian und seine Frau Eva führen das Haus. Ihre vier Kinder helfen schon heute mit, als wäre es selbstverständlich. Die älteste Tochter ist gerade einmal dreizehn und doch schon klar in ihrer Vision: Sie möchte eines Tages das Hotel übernehmen. Für Christian ist das kein Zwang. Jeder soll das machen, was ihm wirklich Freude bereitet. Nach dieser Maxime lebt er selbst. Ob an der Rezeption, beim Frühstück oder im Restaurant, man merkt sofort: Christian arbeitet gerne. Und genau dieses offene, ehrliche Engagement macht das Castello aus.

    Christian ist nicht aus Königsleiten. Auch seine Eltern stammen aus Bramberg. Als sie hier oben begannen, wussten sie nicht genau, wie das Leben in diesem kleinen Dorf tickt. Sie bauten Stück für Stück aus. Und genau das spürt man beim Betreten des Hauses. Nicht als Bruch, sondern als gewachsene Geschichte.

    Begonnen hat alles mit einem Restaurant. Christian hatte Jahre zuvor auf Fuerteventura und anderen spanischen Inseln gearbeitet. Er liebte dort nicht nur das Lebensgefühl, sondern vor allem das Essen. Als seine Eltern ihm erzählten, dass sie ein Grundstück in Königsleiten gekauft hatten, war für ihn schnell klar, was zu tun ist. Er brachte seine Erfahrungen mit und eröffnete ein Restaurant mit Tapas, Pizza und mediterranen Gerichten. Dazu gab es Après-Ski. Aus dem kulinarischen Anfang entwickelte sich nach und nach ein Wohlfühlhotel. 2012 kam die Entscheidung, Zimmer anzubieten und Gäste nicht nur am Tisch, sondern auch über Nacht willkommen zu heißen.

    Im Castello trifft man auf einen Mix, der überrascht und Geborgenheit ausstrahlt. Eine offene Bar im Schirmbar Stil lädt zu gemütlichen Stunden ein. Hier sitzt man zusammen, spielt Karten, führt Gespräche oder bleibt einfach länger als geplant. Daneben stehen moderne Möbel, eine ruhige Ecke zum Ankommen und die traditionellen Eckbänke mit ihrem ursprünglichen Flair. Alles wirkt wie selbstverständlich gewachsen und doch bewusst gestaltet. Man könnte den Charakter so beschreiben: authentisch, ursprünglich und tief österreichisch. Kein Konzept, das wirkt wie von der Stange. Sondern eines, das mit viel Herzblut und Zeit entstanden ist.

    Besonders ist auch, dass das Castello ein echter Familienbetrieb ist. Und das nicht nur im Namen. Kellner Ferry erzählt, dass er sich schon nach einem Jahr wie ein Teil dieser Familie fühlt. Christians Eltern packen bis heute mit an. Seine Mama kümmert sich mit fast siebzig Jahren um Wäsche, um Zimmer und ums Personal, immer mit einem besonderen Schmäh und Elan. Christian beschreibt sie lachend als Duracell Häschen. Sein Vater ist der ruhige Fels, der als Hausmeister dafür sorgt, dass alles richtig funktioniert, aber auch Gäste beim Wandern die Umgebung zeigt. Und auch Christians Schwester gehört zum Team und führt mit Herz die Schirmbar Castello, oder hilft im Betrieb, wenn der Hut brennt. Eva hilft, wo man sie gerade braucht und kümmert sich liebevoll um ihre vier Kinder.

    Wer gerne Ski fährt, Touren geht oder im Sommer wandert und die Ruhe genießen möchte, ist hier genau richtig. In nur zweihundert Metern erreicht man die erste Piste. Von dort aus öffnen sich die Winterwelten der Zillertal Arena mit modernen Liften und weitläufigen Abfahrten bis auf über zweitausendfünfhundert Meter. Das Gebiet bietet alles, was sich Wintersportler wünschen. Nach einem Tag draußen draußen freut man sich auf den Wellnessbereich im Castello, auf Saunen, Wärme und bodenständiges Essen. Spaziergänge durch die umliegenden Wälder führen oft zu Begegnungen mit Rehen. Selbst wenn man hier von einem Skidorf spricht, findet man rundherum nur Naturschutzgebiet.

    Die Stille, die klaren Wege und die Weite geben diesem Ort seinen besonderen Rhythmus. Besonders im Sommer zeigt sich die Region rund um Königsleiten von ihrer besonders stillen Seite. Die Krimmler Wasserfälle sind nur eine kurze Fahrt entfernt und beeindrucken mit ihrer Kraft und Weite. Hoch oben laden die Stauseen zum Innehalten ein. Zum Spazieren, zum Schauen, zum Durchatmen. An warmen Tagen gleitet man mit dem Stand Up Paddle übers Wasser oder sitzt einfach am Ufer und lässt die Zeit langsamer werden. Direkt vor der Haustür beginnen Wanderwege, die zu ursprünglichen Almen führen, zu stillen Gipfeln und weiten Blicken. Oft ist man allein unterwegs. Keine Hektik, kein Trubel. Nur Bewegung, Natur und diese besondere Ruhe, die bleibt.


    Seit 2016 ist das Castello bio zertifiziert. Für Christian und Eva war das kein Trend. Es war eine persönliche Entwicklung. Nach einem Seminar zur gesunden Ernährung stellten sie ihre eigene Lebensweise um. Auch die Schwangerschaft mit ihrer ersten Tochter war ein Wendepunkt. Schnell war klar, dass sie diese Qualität nicht nur privat leben, sondern auch Gästen bieten möchten. Bio wurde nicht nur zum Label, sondern zur Haltung.

    Christian selbst ist ein Naturmensch. Er fährt leidenschaftlich Ski, geht auf Skitour, wandert im Sommer und liebt die Berge. Dass er hier oben, ein wenig ab vom Schuss wohnt, stört ihn kein bisschen. Er liebt die Ruhe. Er steht früh auf, genießt es, mit Vogelgezwitscher zu erwachen, kennt jede Alm und jeden Gipfel. Für viele Gäste ist er ein wandelnder Guide, der nicht aus Broschüren erzählt, sondern aus eigener Erfahrung.

    Eine kleine Tradition im Haus zeigt, wie gern Menschen immer wieder zurückkehren. Stammgäste, die dem Castello fünf Jahre lang treu sind, werden geehrt. Sie bekommen eine Urkunde und ein Foto mit der Familie Eder. Dieses Bild erhält einen Platz auf der Wall of Fame im Haus. Und was soll man sagen. Diese Wand erzählt Geschichten. Viele Bilder hängen dort bereits und zeigen, wie sehr dieser Ort ein Zuhause auf Zeit geworden ist.

  • Zwischen Himmel und See

    Zwischen Himmel und See

    Biohotel Schiessentobel

    Hoch über den Trumer Seen, wo sich die Weite des Salzburger Seenlandes über die sanften Hügel legt, liegt das Biohotel Schiessentobel. Ein Ort, der mit Ruhe empfängt und mit einem Gefühl von Heimat loslässt. Hier oben dürfen Gedanken langsamer werden. Hier findet die Seele Platz. Und hier beginnt eine Geschichte, die tief in die Landschaft eingeschrieben ist.

    Der Hof, auf dem das Schiessentobel steht, wurde 1486 erstmals urkundlich erwähnt. Seither befindet er sich ununterbrochen im Besitz derselben Familie. Der heutige Name stammt von der besonderen Lage des Hauses, denn gleich hinter dem Gebäude fällt das Gelände steil in eine bewaldete Schlucht ab, die früher Tobel genannt wurde. Aus diesem Bild wuchs der Name, der bis heute bleibt und dem Haus seinen unverwechselbaren Charakter verleiht.

    Über Jahrhunderte war der Hof ein Ort der Landwirtschaft, der Arbeit im Rhythmus der Jahreszeiten und der Verantwortung gegenüber Boden und Tieren. Dass diese Verbundenheit bis heute lebt, spürt man in jedem Winkel.

    Mut, Veränderung und ein Schlüsselmoment

    Lange bevor Bio zum Trend wurde, arbeitete die Familie bereits biologisch. Die Landwirtschaft wurde schon vor der offiziellen Zertifizierung im Geiste der Nachhaltigkeit geführt. Der große Wendepunkt kam im Jahr 2000 im Rahmen eines Öko Kultur Projekts im Teufelsgraben. Internationale Gäste, darunter auch alternative Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger, sorgten für neue Perspektiven.

    In dieser Zeit wurde der Familie bewusst, dass zwar der Hof biologisch geführt wurde, in der Küche jedoch konventionell gearbeitet wurde. Ein innerer Widerspruch. Ein Moment der Erkenntnis. Noch am selben Tag änderte sich alles. Die Küche wurde konsequent auf biologische Zutaten umgestellt und der Betrieb wurde ein echtes Biohotel. Die Familie erinnert sich bis heute an diese Entscheidung. Sie war mutig, herausfordernd und genau richtig.

    Viele Jahre führte Hermann Rosenstatter das Schiessentobel mit großem Engagement. Nun hat er sich offiziell in die Pension verabschiedet. Ganz loslassen kann er nicht und das soll er auch nicht. Man sieht ihn weiterhin am Hof, denn seine Erfahrung und sein Blick für das Ganze prägen den Ort.

    Im Schiessentobel arbeiten heute Hermann, seine Frau Heidi und Tochter Maria eng zusammen, unterstützt von der vorherigen Generation. Drei Generationen stehen hier gemeinsam im Alltag, jeder bringt seine Erfahrung ein und jeder packt mit an. Ein Familienbetrieb, der von Respekt, Vertrauen und echter Verbundenheit getragen wird.

    Maria ist das kreative Herz der Küche. Sie liebt es, mit Blüten zu kochen, besondere Frühstücksgerichte zu zaubern und den Gästen etwas zu schenken, das man nicht überall findet. Brownies, Caprese, frische Kräuter, kleine Überraschungen und nicht zu vergessen ein exzellentes Drei Gänge Menü am Abend. Alles in Bioqualität. Alles mit Liebe.

    Der Hof ist der älteste in Seeham. Sein Bestand und seine Bewirtschaftung sind für die Familie zentral. Eine Auflösung der Landwirtschaft kommt nicht infrage, denn ohne den Hof wäre das Schiessentobel nicht das, was es ist. Hier leben rund fünfzehn Milchkühe. Sie prägen den Alltag und sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass Bio kein Konzept ist, sondern gelebte Überzeugung.

    Die Landwirtschaft und das Hotel bilden eine Einheit. Wer hier Urlaub macht, erkennt sofort, wie nah das Leben am Hof mit dem Angebot im Hotel verbunden ist.

    Was einst als Zusatzangebot begann, wurde über die Jahre zu einem der wichtigsten Standbeine des Hauses. Heute machen Seminare rund siebzig Prozent der Buchungen aus. Firmen aus Österreich und darüber hinaus kommen seit vielen Jahren immer wieder. Viele schicken inzwischen bereits die zweite Generation.

    Der Grund dafür ist klar. Die ruhige Alleinlage, die gute Küche, die persönliche Betreuung, die drei Seminarräume mit Platz für zehn bis fünfundzwanzig Personen. Und vor allem das Gefühl, hier ungestört denken und arbeiten zu können. Das Schiessentobel ist ein Ort, der Kreativität und Klarheit fördert.

    Ein besonderes Detail trägt die Handschrift von Heidi. Sie ist gelernte Graveurin und sammelt Steine überall dort, wo die Natur sie hinterlässt. Amethyst, Fluorit, Selenit und viele andere Halbedelsteine schmücken die Zimmer und Wohnungen. Jedes Zimmer hat seinen eigenen Stein, der neben der Tür angebracht ist. Viele Gäste nehmen sich einen dieser Steine als Erinnerung mit nach Hause.

    Diese kleinen Kunstwerke finden sich auch in der Gaststube, an der Rezeption und an Orten, die Heidi mit Herz gestaltet. Sie verleihen dem Haus eine besondere, sanfte Energie.

    Wer hier Urlaub macht, findet Natur in all ihren Facetten. Kinder entdecken den Wald und folgen dem Angerbach. Familien wandern durch den Teufelsgraben oder besuchen die historische Mühle. Das Schiessentobel ist Teil eines Naturraumes voller Geschichten, Rätsel und Abenteuer.

    Mit der Seenland Card stehen weitere Möglichkeiten offen. Radwege rund um die Seen. Spaziergänge durch Wälder und Wiesen. Orte voller Geschichte. Und natürlich ein Ausflug in die nahe Stadt Salzburg, die Kultur und Lebensfreude miteinander verbindet.

    Nach einem Tag in der Natur wartet im Schiessentobel ein kleiner, liebevoll gestalteter Wellnessbereich. Zwei Saunen, eine Infrarotkabine und ein Ruheraum schenken Ruhe und Wärme. Man spürt sofort, dass dieser Bereich mit Gefühl eingerichtet wurde. Ein Ort, an dem man erneut einfach loslassen darf.

    Was das Schiessentobel so besonders macht, ist die Kombination aus jahrhundertealter Hofgeschichte, mutigem Umdenken, familiärer Wärme und der Kraft eines Ortes, der über den Seen thront. Hier kommen Generationen zusammen. Hier entstehen Freundschaften. Hier findet man etwas, das bleibt.

    Vielleicht ist es die Weite. Vielleicht die Küche. Vielleicht der Hof. Vielleicht der Stein an der Tür. Vielleicht aber ist es die Art, wie man hier willkommen geheißen wird.

    Im Schiessentobel geht man als Gast und kehrt als Freund zurück.

  • Wo BioPionierInnen sich treffen

    Wo BioPionierInnen sich treffen

    Das Biodorf Seeham zwischen Seen, Sinn und Handwerkskunst

    Seeham liegt im Salzburger Seenland, dort wo das Wasser türkis schimmert und die Luft nach Sommer riecht. Wer den Ort kennt, denkt an das Strandbad mitten im Dorf, an die sanften Hügel rund um den Obertrumer See oder an den geheimnisvollen Teufelsgraben. Der wildromantische Graben mit der geschichtsträchtigen Röhrmoosmühle erzählt von alten Zeiten, in denen Wasser, Holz und Handwerk das Leben bestimmten. Bei einer Fackelwanderung durch den Teufelsgraben spürt man diese Geschichte noch heute, wenn das Licht der Fackeln die alten Mauern und Holzrinnen zum Glühen bringt.

    Doch Seeham ist weit mehr als ein idyllischer Ort am Wasser. Der kleine Ort ist Österreichs erstes Biodorf, ausgezeichnet mit dem österreichischen Klimaschutzpreis und zur besten europäischen Biostadt geehrt. Rund achtzig Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe arbeiten biologisch und tragen dazu bei, dass hier ein Dorf entstanden ist, das Nachhaltigkeit mit Kreativität, Gemeinschaft und Genuss verbindet. Zwischen Werkstätten, Ateliers und kleinen Höfen entsteht ein Lebensgefühl, das zeigt, wie sich Tradition und ein achtsamer Blick in die Zukunft vereinen lassen.

    Der BioArt Campus – Herzstück einer Bewegung

    Im Zentrum des Dorfes steht der BioArt Campus, ein Ort des Wissens, des Austauschs und der Begegnung. Auf dreitausend Quadratmetern vereint er Wirtschaft, Forschung, Handwerk und Kulinarik. Hier sind der Bio-Laden Seeham, das Restaurant Das Seeham, eine Kaffee Rösterei, verschiedene Werkstätten, Seminarräume und ein Yogaraum untergebracht.

    Der BioArt Campus widmet sich voll und ganz den Themen Bio, Nachhaltigkeit und einer lebenswerten Zukunft für Generationen. Menschen aus unterschiedlichen Ländern kommen hier zusammen, um an Ideen zu arbeiten, voneinander zu lernen und neue Wege in Richtung Zukunft zu entwickeln. Wer durch den Campus schlendert, kann leicht Stunden verbringen, ob beim Cappuccino von Naturkaffee, beim Mittagessen im Das Seeham oder beim Beobachten von Anna Maria, wie sie in ihrer Backstube einen duftenden Milchbrotzopf formt.

    In der Rösterei von Naturkaffee duftet es nach gerösteten Bohnen, Wärme und Holz. Christoph Hellermann lernte während des Biologiestudiums die Leidenschaft für nachhaltige Lebensmittel kennen und fand nach einigen Umwegen den Weg zum Kaffee. Heute widmet er sich mit großer Begeisterung der Herstellung von biologisch angebauten und fair gehandelten Kaffeespezialitäten.

    Die Bohnen werden sorgfältig ausgewählt und in kleinen Chargen veredelt, wodurch der Kaffee ein intensives Aroma und eine besondere Tiefe erhält. Besucherinnen und Besucher erleben hier, wie aus einer dunkelgrünen Bohne ein geschmackvolles Getränk entsteht. Der Kaffee schmeckt nicht nur gut, er erzählt auch von Verantwortung für Mensch und Natur.

    Gleich nebenan bäckt Anna Maria mit einem warmen Lächeln und viel Geduld. Nachdem sich im BioArt Campus die Chance ergeben hat, eine eigene Backwerkstatt zu übernehmen, nutzte sie den Moment und machte ihre Leidenschaft zum selbstständigen Beruf. Davor war sie viele Jahre ganz klassisch in einer Bäckerei angestellt, doch der Campus bot ihr den Raum, ihre Liebe zum Backen frei zu entfalten.

    In ihrer Backstube entstehen Kuchen, Kekse und Milchbrotzöpfe, die den Raum mit süßen Düften erfüllen und an Kindheit erinnern. Anna Maria arbeitet mit hochwertigen Zutaten aus der Region und legt großen Wert auf Qualität und Handarbeit. Ihre Backwaren sind nicht nur einen Besuch wert, sie spiegeln auch die Freude wider, die sie beim Backen empfindet. Wer ihr über die Schulter schaut, spürt sofort die Liebe zu ihrem Handwerk.

    Ois Hondgmocht – Handwerk erleben

    Jeden Freitag öffnet Seeham seine Türen für alle, die Handwerk, Bio und Regionalität hautnah erleben möchten. Unter dem Motto Immer wieder freitags laden die Werkstätten, Ateliers und kleinen Manufakturen des Biodorfs dazu ein, hinter die Kulissen zu schauen. Besucherinnen und Besucher können die Handwerkerinnen vor Ort treffen, Fragen stellen, Kostproben genießen und das fast vergessene Wissen um traditionelles Handwerk neu entdecken. Ein Nachmittag voller Begegnungen, Geschichten und echter Seehamer Lebensfreude.

    Das Programm führt durch Ateliers, Werkstätten und kreative Räume, in denen Handwerk lebendig bleibt. Wer an einem Freitag durch Seeham geht, spürt die besondere Atmosphäre, die entsteht, wenn Menschen ihre Leidenschaft teilen.

    Etwas weiter oben in Seeham findet man die Werkstatt von Monika Kaiser, in der Funken durch die Luft wirbeln und Metall zum Glühen gebracht wird. Die Schmiedekunst liegt seit vielen Generationen in ihrer Familie und prägt ihre Arbeit bis heute. Monika lernte ursprünglich Floristin, doch das Feuer und die Tradition zogen sie bald in die Schmiede zurück.

    Heute verbindet sie florale Elemente mit geschmiedeten Formen und schafft Werke, die Kraft und Feinheit zugleich zeigen. Die Kombination aus altem Wissen und modernem Ausdruck macht ihre Kunst einzigartig. Ihre Werkstatt strahlt Ruhe und Beständigkeit aus und lädt dazu ein, die Verwandlung von Metall zu beobachten.

    In einer kleinen Werkstatt im alten Wagnerhäusl mitten im Dorf fertigt Manuela Kendler Schuhe, die Geschichten in sich tragen. Die Schuhmachermeisterin arbeitet mit viel Geduld und ausgewählten Naturmaterialien. Die alten Maschinen in ihrer Werkstatt erinnern an Zeiten, in denen Handwerk Sorgfalt und Ausdauer bedeutete.

    Jeder Schuh entsteht in vielen Schritten, ist präzise gearbeitet und für ein langes Leben gedacht. Manuela liebt die stille Konzentration, die diese Arbeit verlangt, und versteht jedes Paar Schuhe als persönliches Kunstwerk. Wer ihr bei der Arbeit zusieht, versteht, wie viel Gefühl und Können in jedem ihrer Stücke steckt.

    Im bunten Showroom von Agnes Winzig reihen sich weiche Wollknäuel aneinander. Sie strickt und häkelt Pullover, Schals und Mützen aus fair gehandelter Alpakawolle aus Peru. Die Frauen, die diese Wolle produzieren, erhalten faire Entlohnung, Kinderbetreuung und warme Mahlzeiten, was ihre Arbeit zu etwas besonders Wertvollem macht.

    Einmal im Jahr kommt eine Lieferung der Wolle nach Seeham, um den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Agnes verarbeitet die Wolle mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail. Ihre Produkte sind warm, weich und Ausdruck eines bewussten Lebensstils. Wer etwas sucht, das Körper und Seele wärmt, wird hier fündig.

    In ihrem Atelier erschafft Brigitta Maria Kaiser Bilder aus Naturpigmenten, Lehm und Erde. Ihre Kunst ist ruhig, erdig und voller Tiefe, geprägt von der Verbundenheit zwischen Natur und Mensch. Früher war Brigitta Floristin, doch die Liebe zu natürlichen Materialien führte sie zur Malerei.

    Ihre Werke spiegeln die Landschaft und die Stimmungen Seehams wider. Jedes Bild entsteht aus Materialien, die direkt aus der Natur stammen und trägt die Handschrift von jemandem, der der Natur mit viel Achtsamkeit begegnet.

    Biohöfe und das Biohotel Schiessentobel

    Rund um Seeham liegen zahlreiche Biohöfe, die die Landschaft prägen und die Region mit ihren hochwertigen Lebensmitteln bereichern. Auf den Höfen werden Käse, Brot, Honig, Milch und Kräuter mit viel Hingabe hergestellt. Besucherinnen und Besucher können bei Führungen und Verkostungen einen Eindruck davon gewinnen, wie eng das Leben hier mit der Natur verbunden ist.

    Hoch über dem Obertrumer See liegt das Biohotel Schiessentobel, ein ruhiger und liebevoll geführter Familienbetrieb. Das Haus bietet Zimmer mit Weitblick über die Berge und eine Küche mit biologischen Zutaten aus der Region. Es ist ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt und gleichzeitig das Lebensgefühl von Seeham versteht.

    Ein Dorf voller Leben und Inspiration

    Zwischen Seen, Wäldern und Werkstätten lebt eine Gemeinschaft, die offen, kreativ und zukunftsorientiert ist. Hier begegnen sich Handwerk, Kunst, Landwirtschaft und Gastfreundschaft auf Augenhöhe.

    Mehr Infos und alle Events findet ihr hier:

  • Tradition neu gedacht

    Tradition neu gedacht

    Ein Haus mit Wurzeln und Vision: Im Hotel zum Hirschen treffen Familientradition, Achtsamkeit und modernes Leben in besonderer Weise aufeinander.

    Vor Jahrhunderten war hier ein Bauernhof vor den Toren der Stadt Salzburg. Heute steht an seiner Stelle das Hotel zum Hirschen. Ein Ort, der sich verändert hat und doch geblieben ist, was er immer war. Familiär, echt und tief mit seiner Geschichte verwurzelt. Seit elf Generationen ist das Haus im Besitz derselben Familie, geführt mit Weitblick, Respekt und einem feinen Gespür für das, was kommen darf.

    Die Geschichte des Hirschen reicht weit zurück. Schon im 15. Jahrhundert wurde der Hof erstmals erwähnt, damals noch als Bauernhof vor den Toren der Stadt Salzburg. Um 1700 taucht der Name Hirschenwirt in den Aufzeichnungen auf, und seit 1830 ist das Haus im Besitz derselben Familie. Generation für Generation wurde weitergebaut, erweitert, erneuert und doch nie das verloren, was es ausmacht. Selbst nach schweren Zeiten, etwa nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, blieb der Wille stark, dieses Haus zu bewahren. Großvater Peppi Wallmann baute es wieder auf und führte die Tradition fort. Später übernahmen Franz und Russella Wallmann den Betrieb, machten daraus ein lebendiges Hotel und legten den Grundstein für das, was heute das Hotel zum Hirschen und Hirschengrün ist. Ein Ort, der Geschichte und Gegenwart in besonderer Weise verbindet.

    Katharina Richter-Wallmann führt nun das Hotel in einer Zeit, in der vieles neu gedacht wird. Druck verspürt sie dabei keinen. Sie lebt lange in Berlin, arbeitet im Marketing und weiß früh, dass sie mit dreißig Jahren die Verantwortung übernehmen wird. Nicht, weil sie es muss, sondern weil sie es möchte. Was genau sie daraus machen will, steht damals noch nicht fest. Wichtig ist ihr, dass das Haus erhalten bleibt und die Familientradition weitergeführt wird.

    Mit achtundzwanzig kehrt sie nach Salzburg zurück und besucht einen Lehrgang für Immobilienmanagement. Dort lernt sie ihren Mann Nico kennen. Die beiden teilen die Leidenschaft für Architektur, Design und gute Gastfreundschaft.

    Für Katharina ist die Übernahme eine große Chance, aber auch eine bewusste Entscheidung. Sie weiß, was dieses Haus für die Familie und für die Stadt bedeutet.
    Als Team nahmen sie dann ein großes Projekt in Angriff. Aus der Idee, das Haus zu erhalten, wurde ein neues Kapitel. Das Hotel zum Hirschen sollte mehr sein als ein Hotel. Mit dem Bau des Hirschengrün begann eine neue Ära, in der Geschichte, Nachhaltigkeit und urbanes Leben zusammenfinden.

    Das Hirschengrün nennt sich das Gesamtprojekt, das aus dem historischen Hotel entstanden ist. Das Grundstück war zu groß, um nur Hotel zu sein, also wurde der Raum erweitert. Neben dem Hotel entstanden Wohnungen und Ateliers, die Leben, Arbeiten und Gastfreundschaft verbinden. Statt des alten Parkplatzes im Innenhof gibt es heute eine Tiefgarage und einen darüber liegenden Garten, der vergessen lässt, dass man sich mitten in der Stadt befindet.

    Im Garten wachsen Blumen für das Hotel, ein Bienenhotel ist in Planung. Dieses wird eigens von Barbara Gollackner entworfen, selbst im Garten genutzt und künftig auch vertrieben. Der Garten ist Katharinas Herzensprojekt, eine grüne Oase für Gäste und Mitarbeiterinnen. Hier wird geerntet, geplaudert, gefeiert.

    Zum Ensemble gehört auch das Restaurant Furō, das für seine kreative vegetarische Küche bekannt ist. Hier wird mit feinen Aromen gespielt, mit Texturen experimentiert und bewusst gekocht. So entsteht eine moderne Form von Genuss, die überrascht und bleibt.

    Von Anfang an war klar, dass das Haus Charakter haben sollte. Kein glattes Design, sondern Räume mit Seele. Viele Möbelstücke wurden individuell angefertigt, die Lampen sorgfältig ausgewählt und vom Atelier Areti handgemacht. Alles erzählt eine Geschichte, alles trägt zur besonderen Atmosphäre des Hauses bei.

    Das Hirschengrün versteht sich nicht nur als Hotel, sondern als Ort der Begegnung. Gemeinsam mit der Salzburger Galeristin Sophia Vonier hat Katharina ein Kunstkonzept entwickelt, das zeitgenössische Kunst in den Alltag integriert. In den öffentlichen Räumen hängen Originale österreichischer Künstlerinnen und Künstler, in den Zimmern hochwertige Drucke der Werke. Kunst soll hier inspirieren und begleiten.

    Im September verwandelte sich die Bar in eine Bühne. Beim Take the A-Train Festival wurde getanzt, gelacht und gefeiert. Auch intern wird Gemeinschaft großgeschrieben. Ein Tag vor meinem Besuch fand das Mitarbeiterfest statt, mit Grillen und Lagerfeuer im Garten. Diese Herzlichkeit spürt man als Gast sofort. Katharina und Nico führen ein junges, offenes Team. Ihnen ist wichtig, dass Arbeit Freude macht und Menschen sich wohlfühlen.

    Das Hotel ist Bett + Bike Partner und bestens für alle ausgestattet, die Salzburg mit dem Fahrrad erkunden möchten, oder einen Zwischenstopp auf ihren Abenteuern einlegen wollen. Zahlreiche Fahrradständer stehen bereit. Für die, die zwar nicht mit dem Rad hier sind, aber ihre Fitnessroutine nicht schleifen lassen wollen, steht ein professionell ausgestatteter Fitnessraum und ein heller Yogaraum bereit.

    Wer lieber entspannt, findet im Spa-Bereich mit Sauna und Infrarotkabine den perfekten Ausgleich nach einem Tag in der Stadt. Auch Hunde sind hier willkommene Gäste. Hotelhund Lotti begrüßt jeden mit Freude und zeigt, dass Tiere hier nicht nur erlaubt, sondern geschätzt sind.

    Bio ist im Hirschen keine neue Idee, sondern Familientradition. Schon Katharinas Vater führte das Bio-Frühstück ein, ihre Cousins Christian und Markus Wallmann betrieben das erste hundert Prozent biologische Wirtshaus in Salzburg. Gesundheit, Verantwortung und Qualität sind für die Familie selbstverständlich.

    Das Frühstück wird bei Schönwetter im Garten genossen, Kaffee und Kuchen gibt es an der Bar, und wer ein Seminar bucht, wird mit regionaler, saisonaler Küche versorgt. Alles ist liebevoll gestaltet und spürbar durchdacht.

    Katharina sieht ihre Zeit im Hirschen als Zwischenstopp. Für sie geht es darum, das Haus zu bewahren, bis die nächste Generation bereit ist, es weiterzuführen. Nachhaltigkeit bedeutet für sie nicht nur ökologisches Denken, sondern auch Verantwortung gegenüber dem Erbe ihrer Familie. Nur wenn man mit Bedacht handelt, kann man etwas Wertvolles weitergeben.

    Das Hotel zum Hirschen ist ein Beispiel dafür, wie Geschichte lebendig bleiben kann, wenn Menschen sie mit Offenheit und Respekt weitertragen. Ein Ort, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet. Mitten in Salzburg und mitten im Leben.

  • Mehr als Aussicht

    Mehr als Aussicht

    Weitblick in Kaprun

    Wo regionale Küche zu neuen Perspektiven inspiriert.

    Hoch über den Dächern von Kaprun mit freiem Blick auf das Kitzsteinhorn verbindet das Weitblick Genuss, Nachhaltigkeit und Gastfreundschaft auf besondere Weise. Seit vier Jahren wird hier gekocht, was gerade Saison hat. Regional, biologisch und bewusst gesund. Immer mit offenen Blick für Neues und mit tiefen Verständnis für den Kreislauf der Natur.

    Im Restaurant am Dach des Bründl Sports Flagshipstores spürt man, dass hinter jedem Gericht eine klare Haltung steht. Gemüse, Getreide, Fleisch und Fisch stammen fast ausschließlich von zertifizierten Bio Betrieben aus der Region. Rund 98 Prozent der Zutaten sind biologisch, alles andere nur dann nicht, wenn es wirklich keine Alternative gibt.

    Christoph, der Restaurantleiter, war von Anfang an dabei. Nach Jahren in großen Hotels wollte er wieder näher am Gast sein und den direkten Kontakt zu den Produzenten spüren. Heute kennt er die meisten seiner Lieferanten persönlich. Einmal im Jahr lädt er sie zu einem besonderen Abend ein, bei dem zuletzt achtzehn Landwirtinnen und Landwirte gemeinsam an einem Tisch sitzen. Für Christoph ist das einer der schönsten Momente des Jahres, weil er dabei den Menschen begegnet, die dieses Konzept möglich machen.

    Das kulinarische Konzept ist einfach und zugleich anspruchsvoll. Gekocht wird, was gerade wächst und reif ist. Im Winter stehen Rüben und Wurzelgemüse im Mittelpunkt, im Sommer frische Kräuter, Beeren und Salate. Die Karte wechselt regelmäßig und bleibt dennoch ihrer Linie treu. Vollwertig, kreativ und leicht. Auf Industriezucker wird bewusst verzichtet oder reduziert, falls es doch mal süß werden soll wird Rübenzucker aus Österreich verwendet. Auch Fett wird sparsam eingesetzt, ohne dass der Geschmack darunter leidet.

    Gesunde Ernährung bedeutet hier nicht Verzicht, sondern Ausgewogenheit. Alte Getreidesorten und Urkorn finden genauso ihren Platz wie frisches Gemüse vom Nachbarhof. Christoph erzählt, dass es manchmal eine Herausforderung ist, das wechselnde Angebot richtig zu kommunizieren. Doch die Gäste verstehen den Ansatz, sie sind mit dem Konzept gewachsen. Viele schätzen es, dass im Weitblick nichts verschwendet und jedes Produkt mit Respekt behandelt wird.

    Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur in der Küche. Das Interieur ist aus natürlichen Materialien gefertigt, das Holz stammt aus Vorarlberg, die Deckenkühlung funktioniert mit Gletscherwasser. Selbst zerbrochene Teller werden nicht weggeworfen, sondern wiederverwendet. Christoph lächelt, wenn er sagt, dass Schönheit manchmal gerade in der Unvollkommenheit liegt.

    Das Weitblick ist nicht nur Restaurant, sondern auch Bühne für Begegnung. Im Sommer finden wöchentliche Grillabende mit Livemusik statt, im Winter sorgt ein Saxophonspieler für stimmungsvolle Abende. Dazu kommen Fine Dining Events, kulinarische Themenabende und Feste, bei denen Produzentinnen, Gäste und das Team zusammenkommen.

    Etwa siebzig Prozent der Gäste kommen aus dem Tourismus. Viele davon sind Stammgäste, die die entspannte Atmosphäre und die ehrliche Küche zu schätzen wissen. Das Team besteht aus vierzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in einem Ganzjahresbetrieb arbeiten. Sie sind jung, engagiert und teilen die gleiche Überzeugung. Christoph betont, dass die gute Stimmung und der Zusammenhalt entscheidend sind, damit das Konzept funktioniert.

    Von früh bis spät ist das Weitblick geöffnet. Frühstück, Mittag, Abendessen, dazu feine Getränke und kleine Pausen mit Aussicht. Wer hier oben sitzt, spürt die Ruhe und das Bewusstsein, dass gutes Essen auch Verantwortung bedeutet.

  • Umdenken statt Stehenbleiben

    Umdenken statt Stehenbleiben

    Auf der bijoFARM in Fusch an der Glocknerstraße zeigt Familie Schattbacher, dass moderne Landwirtschaft, Kreativität und Lebensfreude wunderbar zusammenpassen.

    Man könnte meinen, Landwirtinnen und Landwirte im SalzburgerLand seien altmodisch, skeptisch gegenüber Veränderung und dem Neuen eher abgeneigt. Wer das denkt, sollte dringend einmal bei Birgit und Josef Schattbacher in Fusch an der Glocknerstraße vorbeischauen. Die beiden beweisen, dass ein Bauernhof viel mehr sein kann als Kühe, Stall und Wiesen. Er ist ein Ort voller Ideen, Tatendrang und Herzlichkeit.

    Die bijoFARM liegt auf einer sonnigen Anhöhe, umgeben von Weiden, Wald und dem Blick auf die mächtigen Berge, hinter denen sich Österreichs höchster Gipfel verbirgt. Schon beim Ankommen spürt man, dass hier ein anderer Wind weht. Birgit liebt Blumen, das Backen und das kreative Chaos, das beides mit sich bringt. Ihre Torten sind legendär, ihre Dahlien strahlen in allen Farben. Weil sie gerne teilt, lädt sie regelmäßig zu Workshops, Brunches und Blumenveranstaltungen ein. Es duftet nach Kuchen, Kaffee und frischen Blüten, während ringsum das Leben pulsiert.

    Josef ist der Ruhepol am Hof. Er kümmert sich um die Tiere, um die seltenen Cebu-Rinder, die Hühner, Pferde und die rund zwanzig Hektar Wiesen und Hutweiden, von denen über achtzig Prozent im Naturschutzgebiet liegen. Bio ist für beide selbstverständlich. Nicht als Trend, sondern als Haltung. Wenn Josef nicht gerade Heu wendet oder Zäune repariert, steht er vielleicht auf Skiern. Als Trainer arbeitet er mit jungen Skitalenten und bringt ihnen bei, was seine Familie längst lebt: Leidenschaft, Disziplin und Freude an der Bewegung.

    Auch die Kinder gehen ihren eigenen Weg. Marielle arbeitet als Masseurin und lebt ihre Berufung direkt am Hof. Valentina hat sich mit ihren handgehäkelten Taschen in Wien selbstständig gemacht. Josefina war Profi-Skirennläuferin, packt auch zu Hause an, wann immer eine helfende Hand gebraucht wird. Und Livio, der Jüngste, ist überall dort zu finden, wo etwas los ist oder wo es etwas zu essen gibt.

    Birgit Schattbacher war nie jemand, der stillsteht. Schon am Hof führte sie ihr erstes Rosencafé, in dem sie ihre Liebe zum Backen und ihre Leidenschaft für Schönes miteinander verband. Wer einmal dort war, erinnert sich an den Duft frischer Torten, an Blumen auf den Tischen und an dieses Gefühl, willkommen zu sein. Später zog es sie in die Stadt. Unter dem Hotel Stein in Salzburg eröffnete sie ihr zweites Rosencafé und bewies, dass man Herz, Handwerk und Unternehmergeist auch mitten in der Stadt spüren kann.

    Dann kam das Jahr 2022, in dem das Bauernhaus am Hof Feuer fing und neu aufgebaut werden musste. Eine herausfordernde Zeit, die die Familie noch enger zusammenschweißte und Birgits Schaffenskraft nicht im Geringsten bremste. Im Gegenteil: Sie fand neue Wege, um Menschen Freude zu bereiten.

    Das Leben steht selten still. Veränderungen klopfen regelmäßig an die Tür und wenn man sich ihnen nicht verschließt, sondern sie mit einem Lächeln willkommen heißt, entsteht Wundervolles. Heute zeigt sich die bijoFARM in ihrer ganzen Vielfalt.

    Das Familienhaus mit dem Anbau, den beiden Ferienwohnungen und den liebevoll eingerichtete Rosenwagen, der als Tiny House für Gäste bereitsteht bilden das lebendige Herzstück des Hofes. Hier wird gebacken, gelacht, geplant und gearbeitet. Rundherum öffnen sich kleine Welten, die jede für sich eine andere Stimmung tragen. Im Garten duftet es nach Kräutern und Blumen, am Badeteich unterhalb spiegelt sich das Bergpanorama im Wasser und überall spürt man diese besondere Ruhe, die nur entsteht, wenn Menschen lieben, was sie tun.

    Orte und Momente, die sich abwechseln zwischen lebendiger Energie und stiller Entschleunigung.
    Wenn gerade keine Veranstaltung geplant ist, sitzen alle zusammen, plaudern und schmieden neue Ideen. Meist dauert es nicht lange, bis die nächste geboren ist. Ob Brunch, Blumenworkshop, Häckelretreat, oder ein Nachmittag voller Kreativität.

    Eine dieser Veranstaltungen durfte ich selbst erleben. Crochet and Brunch nennt sich das Format, das Tochter Valentina entwickelt hat. Eine Verbindung aus Häkeln, Genießen und Zusammensein.

    Ich durfte dabei sein und kann nur sagen: schöner wird es nicht. Während Birgit den Brunch auftischt, mit hausgemachten Aufstrichen, Mini-Gugelhupf und frischen Kräutern aus dem Garten, sorgt Josef dafür, dass alles da ist. Wenn etwas fehlt, springt er kurz ins Auto und bringt Nachschub vom oberen Hof. Valentina erklärt den Gästen Schritt für Schritt, wie aus einer einfachen Masche eine Tasche wird, verteilt liebevoll verpackte Startersets und motiviert mit Geduld. Marielle massiert zwischendurch die Häkelhände und hält das bunte Treiben mit der Kamera fest. Josefina hilft dort, wo es gerade hakt, und Livio taucht plötzlich auf, weil noch ein Stück Gugelhupf übrig ist.

    So entsteht etwas, das man nicht planen kann: eine Atmosphäre, die wärmt. Ein Gefühl von Zuhause. Von Zusammenhalt. Von Familie.

    Die bijoFARM ist ein Ort, an dem Wandel selbstverständlich ist. Hier entsteht Neues, ohne das Alte zu vergessen. Hier ist Zusammenhalt stärker als jede Krise. Und hier spürt man, dass Landwirtschaft viel mehr ist als Arbeit. Sie ist ein Stück Lebenskunst.

    Ein Bauernhof, der viel mehr ist. Ein Zuhause. Ein Urlaubsdomizil. Eine Kreativitätsoase. Ein Ort voller Leidenschaft.

  • Wenn weniger mehr ist

    Wenn weniger mehr ist

    Fasten im BioVitalHotel Sommerau

    Ein neuer Tag in der Sommerau beginnt still. Kein hektisches Treiben, kein übervolles Buffet, stattdessen dampft eine Tasse Kräutertee, dazu ein Schälchen warmer Getreidebrei mit gedünstetem Obst. Reduktion, die guttut. Viele Gäste beschreiben schon den ersten Morgen ihrer Fastenwoche wie einen kleinen Neuanfang.

    Dabei erzählt dieses Haus in St. Koloman weit mehr als nur die Geschichte vom Fasten. Es ist die Geschichte einer Familie, die früh den Mut hatte, anders zu denken und ein Hotel, das seit über 40 Jahren zeigt, dass „weniger“ manchmal das größte Geschenk sein kann.

    Der Teich mit Buddha am  Morgen

    Dabei begann alles einst ganz klassisch: mit einem Gasthof. Vater Matthias und Mutter Anna Maria Neureiter erbauten das Haus, in dem sich Wanderer stärkten, bevor sie zu den Almen aufbrachen. Dort oben gab es kaum Verpflegung, also wurde die Sommerau zu einem Fixpunkt am Bergfuß: Hier aß man, hier rastete man, hier begann der Aufstieg – oder man genoss nach dem Abstieg eine kräftigende Mahlzeit.

    Doch das Schicksal wollte es, dass aus diesem Gasthof viel mehr wurde als ein Wirtshaus für hungrige Wanderer.

    Der Wendepunkt

    Es war Anfang der 1980er, als Matthias Neureiter von einem Bandscheibenvorfall getroffen wurde. Die Ärzte rieten klar: Operation. Doch Matthias wollte sich nicht unters Messer legen. Stattdessen begleitete ihn seine Schwägerin zu einem Seminar von Willi Dungl, dem Pionier für Naturheilkunde und Fasten in Österreich.

    Was er dort erlebte, stellte sein Leben auf den Kopf. Vollwertkost, frisches Gemüse, die Idee von Fasten als Heilprozess. All das war neu, aber es funktionierte. Matthias fand zurück in die Bewegung, zurück ins Leben. Von diesem Tag an änderte sich auch der Gasthof. Auf einmal standen Vollkornnudeln statt Spätzle auf dem Tisch. Gemüse und Getreide statt üppiger Fleischgerichte.

    „Wir waren damals sicher 10 oder 15 Jahre zu früh“

    So begann der Wandel: 1983 die Umstrukturierung zum Vitalhotel, bald darauf das erste rauchfreie Gasthaus in Salzburg. 2001 folgte die Bio-Zertifizierung, das Hotel wurde Gründungsmitglied des BioParadies SalzburgerLand.

    „Die Leute haben uns belächelt – Vollkornnudeln? Wer isst denn sowas? Aber für uns war klar: Das ist der richtige Weg.“

    Pioniergeist und Gegenwind

    Mit dieser Entscheidung wurde die Familie Neureiter zu Vorreitern und manchmal auch Außenseitern. Während rundherum noch Bier und Schweinsbraten dominierten, servierte die Sommerau vegetarische Gerichte, selbstgebackenes Brot und naturbelassene Produkte.

    „Wir galten ein bisschen als die Verrückten im Ort“

    Doch Matthias blieb seiner Linie treu. Er fuhr zu Bauernhöfen, suchte nach Käse, Kartoffeln und Kraut in Bio-Qualität. Damals ein Abenteuer, denn Bio war weit entfernt vom Mainstream. Mit den Jahren wuchs daraus eine Philosophie, die das BioVitalHotel Sommerau bis heute prägt: konsequente Qualität, kein Kompromiss bei der Gesundheit.

    Außenansicht Garten

    Eine hohe Qualität und biologische Lebensmittel sind für die Familie längst selbstverständlich. Theresia ist mit dieser Umstellung aufgewachsen. Was für viele Gäste damals noch ungewohnt war, war für sie von klein auf Alltag. Auch Mutter Anna Maria lebt diese Haltung bis heute: Sie kocht das „Essen auf Rädern“ für das Bergdorf und sorgt so dafür, dass die Menschen vor Ort, vom Kindergartenkind bis zum älteren Bewohner, mit hochwertigem Essen versorgt sind.

    Die zweite Generation

    Nach dem Tod von Vater Matthias stand die Sommerau vor einer neuen Phase. Er war es gewesen, der mit seiner Entscheidung für das Fasten den Grundstein gelegt hatte. Nun war es an Tochter Theresia, den Weg weiterzuführen.

    Sie hatte ihre Ausbildung als Physiotherapeutin abgeschlossen und viele Jahre in einem Reha-Zentrum gearbeitet. Die Arbeit mit Menschen, die Suche nach Heilung und Gesundheit, all das war ihr vertraut. Und so reifte die Entscheidung: das Elternhaus nicht nur weiterzuführen, sondern es noch stärker in Richtung Gesundheit und Fasten auszurichten.

    Ein großer Umbau markierte den Neubeginn. Unterstützt von ihrem Bruder, der als Handwerker anpackt, wenn es gebraucht wird, übernahm Theresia Schritt für Schritt die Verantwortung. Ihre Mutter Anna Maria bleibt bis heute eine wichtige Stütze, präsent, warmherzig, noch immer mitten im Haus.

    Sauna mit Blick auf Teich

    Zu Beginn konnte man in der Sommerau noch à la carte essen und parallel an einer Fastenwoche teilnehmen. Doch wie Theresia heute schmunzelnd erzählt:

    „Es ist nicht einfach, wenn jemand vor dir ein Schnitzel isst oder ein Bier trinkt und man selbst fastet.“

    So kam mit dem Nachwuchs die Umstellung auf ein reines Fastenhotel.

    Fasten in der Sommerau – eine eigene Welt

    Viele Gäste kommen Jahr für Jahr. Manche reisen seit Jahrzehnten an, nehmen sich eine Woche frei und tauchen ein in die Rituale des BioVitalHotels Sommerau. Die Altersgruppe ist breit, von 25 bis 65 Jahren. Allen gemeinsam ist der Wunsch, einen Neustart zu machen: für Körper, Geist und Seele.

    „Die ersten drei, vier Tage sind oft die schwierigsten. Da kommt der Kaffeeentzug, manchmal auch Kopfweh oder Müdigkeit. Aber danach passiert etwas: Der Körper schaltet um, die Energie kommt zurück, die Gedanken werden klarer.“

    Dieses Aufblühen nach der Krise ist es, was viele immer wieder zurückkehren lässt. Fasten ist kein Wellnessurlaub. Es ist Arbeit am eigenen Körper – aber eine, die sich lohnt.

    Fastenbegleitung & Rituale

    Die Sommerau unterstützt diesen Prozess mit kleinen, aber wirkungsvollen Ritualen:

    • Ölziehen am Morgen
    • Tau- oder Schneetreten im Garten
    • Trockenbürsten zur Anregung der Durchblutung
    • Leberwickel für die Entgiftung
    • Schüßler Salze und sanfte Anwendungen wie Kaffee-Einläufe

    So wird Fasten zu einem ganzheitlichen Erlebnis – immer begleitet, nie allein.

    Die drei Fastenprogramme im Überblick

    Hier wird es sachlich – denn Fasten braucht Klarheit und Struktur.

    Basenfasten – das Fasten mit Biss

    • Ziel: Säure-Basen-Balance
    • Ernährung: Morgentee, gedünstetes Obst mit Getreidebrei, mittags Gemüse & Kräutertee, abends Basensuppen
    • Behandlungen: Basenbad mit Bürstenmassage, Basenwickel, Peeling mit Basensalz, Lymphdrainage, Honig- oder Schröpfmassage, Body-Detox-Fußbad, Leberwickel

    Vitalfasten – wo altes Wissen auf moderne Wissenschaft trifft

    • Ursprung: inspiriert vom Ayurveda
    • Ernährung: Morgentee, gedünstetes Obst mit Getreidebrei, mittags Gemüse & Kräutertee, abends Basensuppen
    • Fokus: viel Bewegung, Schwitzen, Trinken
    • Behandlungen: Abhyanga-Ganzkörpermassage, Kundalini-Rückenmassage, Leberwickel
    Getreidebrei

    Ganzheitliches Fasten

    • Ernährung: Morgentee, mittags Obst- & Gemüsesaft, abends Gemüsebrühe
    • Besonderheit: Fastenbrechen + 2 Aufbautage
    • Behandlungen: Lymphdrainage, Sole-Entschlackungswickel, Bauchmassage, Fußreflexzonenmassage, Schiele-Fußbad, Rückenmassage, Creme-Packung, Body-Detox-Fußbad, Leberwickel

    Ruhe statt Rummel

    Das BioVitalHotel Sommerau liegt am Waldrand, oberhalb von St. Koloman. Hier gibt es keine Hotelmeilen, keine Après-Ski-Partys, keinen Lärm. Stattdessen: Wälder, ein paar Wanderwege, Naturbadeteich, Saunalandschaft. Ein Platz, der bewusst abseits des Massentourismus liegt.

    Kissen Lavendelspray

    „Wir sind einfach wir. Ein Ort, an dem Menschen zur Ruhe kommen.“

    Und genau darin liegt die Stärke: Wer in die Sommerau kommt, sucht nicht Ablenkung, sondern Reduktion. Nicht mehr, sondern weniger.

    Wenn weniger mehr ist

    Seit über 40 Jahren ist die Sommerau ein Ort, der konsequent seinen Weg geht. Vom Gasthof zum BioVitalHotel, vom Bandscheibenvorfall zum Fastenhaus. Geführt mit Herz, mit Mut und mit der Überzeugung, dass echte Qualität nicht verhandelbar ist.

    Fasten heißt nicht verzichten, sondern gewinnen. Mehr Klarheit, mehr Energie, mehr Gesundheit. Das ist das, was bleibt.

    Und so wird die Sommerau zu dem, was sie seit Jahrzehnten ist: ein Ort, an dem weniger wirklich mehr ist.